D(eutsches) V(ussball) B(RD)-T(V)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 20 Uhr 55 Minuten

 

Es sind jetzt fünf Jahre vergangen, seitem es möglich ist in Berlin terrestrisches Fernsehen über neue digitale Distributionswege zu empfangen.

Zu Beginn des Monats November wurden bereits im Jahr 2002 die ersten beiden Berliner TV-Kanäle digitalisiert und Ende Februar 2003 konnten dann bereits die Programme: Das Erste (ARD), ORB, SFB/ B1, ZDF, ProSieben, RTL, RTL2 und Sat.1 digital empfangen werden. Und ab März 2003 waren dann die bundesweiten privaten Programme im Ballungsraum Berlin / Potsdam nur noch digital empfangbar.

Am 9. August 2005 gründeten ARD und ZDF eine sogenannte "Task Force DVB-T Deutschland" und erklärte am 18. Mai 2006, das die Bilanz der Einführung von DVB-T nicht hätte positiver sein können.

In der Nähe der Senderstandorte, dazu gehören auch die
Spielstätten der Fußball-WM, können Zuschauer nun sehr
bequem die Spiele der Mannschaften verfolgen. Dabei spielt
es keine Rolle, ob man vor Ort im Stadion einem Live-Spiel
beiwohnt und gleichzeitig ein zweites Spiel auf dem DVB-T
Fernseher verfolgt, oder dem sportlichen Geschehen im
Schwimmbad, auf dem Campingplatz oder im Garten
Aufmerksamkeit schenkt.

Inzwischen weiss bald jedes Kind, dass zwar die analoge Distribution noch nicht überall hat eingestellt werden können, zumal da es immer noch - zumeist ländliche - Regionen gibt, in denen DVB-T nicht empfangen werden kann. Und wenn weiterer Informationsbedarf ist, gibt die Website Ueberallfernsehen.de klare und kompetente Antworten.

Nur die Zuschauer beim ehemaligen Sender Freies Berlin - seit 5 Jahren nun rbb genannt - können sich mit der mentalen Migration noch ein wenig Zeit lassen. Laut dem "zibb Ratgeber" ist "das Fernsehen der Zukunft" digital und - so der Bericht vom 14.11.2006 - wird nun auch in Cottbus und Frankfurt/Oder angekommen sein. Dort ist auch nachzulesen, dass es nach dem 12.12. 2006 ebenfalls keine analoge Ausstrahlung mehr geben wird. Aber dennoch wird bis heute und zu allererst mit dem Satz aufgemacht: "Das gute alte analoge Fernsehen gibt es bald nicht mehr." Das ist aus der Sicht des Brandenburger Hinterlandes korrekt. Und aus juristischer Sicht auch. Aber für die meisten Fussballfans in den Ballack-Zentren dieser Republik ist das Thema längst durch.

Am 9. Mai 2009 kommt dann von der "Task-Force" ein neuer Text mit fast dem gleichen Spruch:

Die Bilanz der Einführung von
DVB-T könnte positiver nicht sein. Das System hat sich
etabliert.

[...] Mehrere deutsche
Mobilfunkanbieter haben die ersten DVB-T Handys in ihr
Angebot aufgenommen
.


© all rights reserved

© all rights reserved

Wenige Stunden vor Eröffnung der Europameisterschaft im Stadion von Basel ein kurzer Gang durch die Fussgänger-Einkaufs-Strasse gleich neben dem Büro: dort liegen gleich drei Geschäfte von drei Mobiltelefon-Anbietern nebeneinander. Und in allen dreien wird bestätigt, dass man dort auch DVB-T-Angebote inzwischen mit im Vertrieb habe.

Bei O2 [1] ist aber das "einzige Gerät", das ihnen bislang im Geschäft zur Verfügung gestanden habe, schon verkauft worden. Und bei T-Mobile und Vodafone macht man sich praktisch Hauswand an Hauswand direkte Konkurrenz: mit unterschiedlichen Tarifmodellen, aber auch hier mit dem gleichen auf dem Markt befindlichen Endgerät, dem HB620 T von LG. [2]

Wer sich nicht in einen solchen Laden begeben oder online bestellen will, hat gegenwärtig die Chance, sich dieses Gerät dieser Tage auch auf einer der grossen Plakatwänden auf Berlins Bahnhöfen anzusehen: mit einer wahrheitsgetreuen Wiedergabe des seit Tagen immerwährend blauen Himmels.


© all rights reserved

Am Abend treffen wir uns dann zum Eröffnungsspiel alle - im Kino. Dort ist unten im Eingang ein alter Fernseher - noch mit Holzrahmen - aufgestellt. Oben steht eine DVB-T-Box und eine Antenne drauf: und sendet kräftig drauflos. Nach dem ersten Spiel fällt auf, dass inzwischen auf der ganzen Strasse Fernsehgeräte stehen.

© all rights reserved

Unten beim Vietnamesen für die Gäste, die auf dem Fussweg Platz genommen haben. Und nebenan beim Türken: Dort trägt das ganze Personal schon rote T-Shirts und wartet vor ihrem Fernseher auf die Übertragung des Spiels gegen Portugal.