No Show: Metaverse 08 (II) FES/HBI

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 20 Uhr 49 Minuten

 

Die Pressemitteilung vom März 2008 zum Thema:

Metaverse08 – Die Konferenz für Second Life und virtuelle Welten in Europa. [1] beginnt mit dem Satz:

Nach der erfolgreichen Inworld Premiere der Metaverse Konferenz im Vorjahr findet nun die Real World-Variante vom 27. bis 28. Mai 2008 im Kongresszentrum Karlsruhe statt.

Wir haben in "DaybyDay" ja einen dieser denkwürdigen virtuellen Konferenz-Tage aus dem Jahr 2007 ausführlich dokumentiert [2] und es war ein besonderes Vergnügen das Ganze nun als Real-Time-Take in diesem Jahr direkt von Karlsruhe aus fortsetzen zu können.

Allerdings nur einen Tag lang. Der zweite Tag war schon wieder durch anderweitige berufliche Verpflichtungen belegt, so dass es nur noch möglich sein wird, auf einer aktualisierten Website nach den Ergebnissen dieser Veranstaltung Ausschau zu halten.

Was aber nunmehr nicht mehr stattfinden wird, nachdem selbst zwei Wochen nach der Veranstaltung eben diese immer noch mit den hier oben zitierten Zeilen angekündigt wird. [3]

Daher an dieser Stelle nur nochmals ein Überblick über die Themen und ihre SprecherInnen, so wie sie Ende März im Programm angekündigt worden sind:

Business Anwendungen virtueller Welten

Was sind die wirklichen Business-Anwendungen (nicht der Hype) virtueller Welten?
- German Guru | Claus Nehmzow | General Manager International
Method Inc.

VirtuelleWelten - ein Entwicklungsprojekt wie jedes andere!?

Mein Avatar braucht virtuelle Entwicklungssoftware in SecondLife wie z.B. "Environmental Version Control". Eclipse mit ByronStar SL als Startpunkt für nachvollziehbares Development auch in virtuellen Welten - die Vision heisst Uplink statt Cut & Paste

- ByronStar Comet | Benno Stäbler |
IBM Deutschland Entwicklung GmbH

Vorgezogen auf den ersten Tag: 2nd Law - Juristische Aspekte der Nutzung virtueller Welten.

Der Vortrag beschäftigt sich mit allen relevanten juristischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der kommerziellen Nutzung virtueller Welten.

- Flaubert Lamont | Markus Laymann | Rechtsanwalt
Bokowsky + Laymann GmbH

Business in Virtuellen Welten - was gillt es zu beachten.

- Jean Miller | Linden Lab

"Hacking Second Life"

Betrachten Sie die virtuelle Welt von Second mit den Augen eines Hackers und lernen Sie die Risiken kennen.

- Peap Papp | Michael Thumann | Security Researcher and Consultant
ERNW GmbH

Überblick neuer Virtueller Welten

Eine Vielzahl virtueller Welten befinden sich momentan im Beta Stadium und werden 2008 die Szene betreten. Welche sind interessant, welche werden das Genre voranbringen ?

- Phillip Jonesford | Sascha Wriedt |
Universität Hamburg

- [Tyke McMillan | Dr. Torsten Reiners | Second Life Koordinator
Universität Hamburg]

Wie werden Virtuelle Welten in Zukunft zusammenspielen?

We sieht die Zukunft Virtueller Welten aus? Welche Möglichkeiten einer Verbindung verschiedener Welten kann es geben und was wird dies für unser Leben und Arbeiten bedeuten?

- Tao Takashi | Christian Scholz | Managing Director
COM.lounge

Machinima: Vom Konzept zum fertigen Film.

Filme, die in virtuellen Welten spielen werden als Machinima bezeichnet und spielen im Business- und Bildungsbereich, aber auch als eigenständige Kunstform eine Rolle. In diesem Vortrag erhalten Sie eine fundierte Grundlage für Ihr eigenes Machinima Project.

- MediaMan Malone | Eric Call | Machinima Guru
Eric Call Media

Möbeldesign in Second Life

Stühle, Tische, Betten, Sofas - hier wird gezeigt, wie man alles worauf der Avatar sitzt und liegt, selbst bauen kann.

- Maximilian Milosz | Tor Karstensen | CEO and owner
MAXIMUM MINIMUM Corp.

Entfällt: Podiumsdiskussion: Entwicklung von Regeln und Normen in Virtuellen Welten

Ist die Utopie eines neuen selbstregulierenden Geschellschaftsentwurfs in einer Parallelwelt passé? Wie könnten funktionierende Regelungsprozesse in einer virtuellen Welt funktionieren? Brauchen virtuelle Welten neben exekutiven Gewalten auch demokratische Strukturen?


Nachtrag vom 8. Juni 2008:

Auch der Versuch, die am gleichen Tag in Berlin - ebenfalls nicht besuchte Veranstaltungen der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema "Reales Recht für virtuelle Welten" hier durch die Widergabe der Einladungsbroschüre zu dokumentieren, ist ebenfalls gescheitert.
Zumindest ist - ebenfall schon zwei Wochen nach eben dieser - der Link http://fesportal.fes.de/pls/portal3... nicht mehr aktiv. [4]

Auch der Versuch, den Second-Life-Talk-Link http://www.sltalk.de/index.php/2008... aufzurufen misslang. Dort soll angeblich eine eine Zusammenfassung der Veranstaltung von Hendrik Wieduwilt vorliegen.

Wer sich durch solcherlei Unbill aber nicht verzagen lässt und weitersucht kommt schlussendlich dann doch zu einem positiven Fund: Den RechtReal-Blog des o.g. Autors und seinen am 31. Mai 2008 veröffentlichten Konferenzbericht über "Reales Recht für Virtuelle Welten" http://rechtreal.blogspot.com/2008/.... "Eine gute Zusammenfassung der Podiumsdiskussion" wie auf Technorati vermerkt wird.

Unterdessen hat sich aber auch schon Robert A. Gehring gleich am Nachfolgetag der Veranstalung aufgemacht um diese sorgfältig und mit kluger Zurückhaltung auf golem.de zu dokumentieren. Die Druckversion ist zu finden auf http://www.golem.de/print.php?a=60057.

Da laut Impresseum des Verlages "Kein Teil dieser Publikation [...] ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Herausgebers in irgendeiner Form reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden" darf, ist nur zu hoffen, dass dieser Beitrag und der Link auf diesen noch für eine geraume Zeit zur Verfügung stehen wird. Verdient hat er es allemal.


Nachtrag vom 12. Juni 2008

Auch wenn das Ganze jetzt ein "bischen" textlastig wird: Hier noch zwei Berichte zur Veranstaltung auf dem Medientagen in NRW vom 12. Juni 2008.

Auf der Presse-Seite liest sich das Ganze so:

12.06.08 / 13:49

Einstieg ins zweite Leben fällt Neulingen oft schwer

Auch wenn das Medien- und Nutzerinteresse an „Second Life“ mittlerweile abgenommen hat, gehört den virtuellen Welten die Zukunft. Diese Ansicht vertraten zumindest die Experten beim Panel „Virtuelle Welten: Der zweite Blick auf das zweite Leben“ im Rahmen des 20. medienforum.nrw. Vor allem für Kinder seien die Paralleluniversen im Internet ein interessantes Thema, führte der Berliner Rechtsanwalt und Gaming-Fachmann Dr. Andreas Lober aus.

Vor dem Blick in die Zukunft widmeten sich die Diskussionsteilnehmer zunächst aber ausführlich der wohl derzeit bekanntesten virtuellen Welt, „Second Life“, in der etwa 14 Millionen Nutzer registriert sind. Dirk Martens, Geschäftsführer des Berliner Markt- und Medienforschungsinstituts House of Research, stellte Ergebnisse einer Studie vor, die sein Unternehmen im Auftrag des SWR und der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) Baden-Württemberg zum Thema durchgeführt hatte. „Die virtuellen Welten stehen erst am Anfang“, erklärte Martens, und prognostizierte, es würden weitere folgen. Er sei davon überzeugt, dass durch diese Art der Online-Kommunikation in den nächsten fünf bis zehn Jahren weitere Umwälzungen wie aktuell die durch das Web 2.0 zu erwarten seien.

In seinem Vortrag wies Martens allerdings auch auf Probleme bei „Second Life“ hin. So hätten sich viele Firmen, die Niederlassungen in der virtuellen Welt gegründet hatten, bereits wieder zurückgezogen. Das Potenzial des eigenen Wirtschaftskreislaufs innerhalb des Online-Universums sei offenbar überschätzt worden. „Einige Unternehmen sind hier mit sehr überzogenen Erwartungen an den Start gegangen“, führte der Marktforscher aus.

Kristina Zierhold, zuständig für Marketing und Sales beim Berliner Unternehmen Second Interest, das Content für virtuelle Welten anbietet, wies auch darauf hin, dass unerfahrene User oft Schwierigkeiten hätten, sich in „Second Life“ zurechtzufinden. „Ich sehe ein großes Problem bei der Bedienbarkeit für Neulinge“, sagte sie. Der Veranstalter Linden Lab müsse hier besseren Service bieten, um Imageproblemen zu begegnen. „Einige Medien haben die virtuellen Welten bereits abgeschrieben“, berichtete Zierhold. „Wenn ein Redakteur sich fünf Tage lang in ,Second Life’ langweilt, hat das eben Konsequenzen.“

Ein neues Konzept für eine virtuelle Welt stellte Burckhardt Bonello, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens sMeet Communications, vor. Im Gegensatz zu „Second Life“ muss der User für den Zugang zu „sMeet“ kein Client-Programm herunterladen, sondern steuert die Online-Plattform direkt über seinen Internet-Browser an. Der Nutzer kann auch via Telefon in der virtuellen Welt mit anderen Teilnehmern kommunizieren. „Wir haben ein neues Genre der Kommunikation erfunden“, bilanzierte Bonello selbstbewusst.

Wichtig für die Zukunft der virtuellen Welten seien die Inhalte, gab Rechtsanwalt Lober zu bedenken. „Man muss den Nutzern nicht unbedingt eine Aufgabe stellen“, präzisierte er den Gedanken, „sie müssen aber schon einen Grund haben zu kommen“. Er rechne damit, dass auch Kinder zunehmend als Zielgruppe für Parallelwelten und Multiplayer-Spiele entdeckt würden. Entsprechende Angebote aus dem angloamerikanischen Raum wie „Barbie Girls“ oder „Club Penguin“ würden auch in Deutschland zum Thema werden, stellte Lober in Aussicht. In diesem Zusammenhang seien allerdings noch „fundamentale rechtliche Probleme“ zu klären.

Parallel dazu erscheint mit dem Datum 12.06.2008, 00:00 Uhr die Newsmeldung des ECO-Verbandes aus Köln mit dem Titel:

Second Life nach dem Hype
eco warf einen zweiten Blick auf das zweite Leben

ein zweiter Bericht - der hier ohne die darin eingebrachten Links zitiert wird - und der sich als ein "Second Report" von der gleichen Veranstaltung doch ganz anders liest:

Nach der Eröffnung durch eco Fachbereichleiter Markus Schaffrin stellte zunächst Dirk Martens, Geschäftsführer von House of Research, Ergebnisse einer aktuellen Studie vor. Im Auftrag der LfK Baden-Württemberg untersuchte sein Unternehmen Angebot, Nutzungsverhalten und Potenziale von Online-3D-Welten im Netz am Beispiel von Second Life. Danach weist der durchschnittliche Nutzer nicht nur eine hohe formale Bildung auf, sondern ändert sein Mediennutzungsverhalten durch die regelmäßigen Besuche in der Onlinewelt deutlich.

In der folgenden Diskussion bestätigte Katarina Zierhold von Second Interest, die sich selbst als „Heavy Userin“ bezeichnet, dass ihr Fernsehkonsum praktisch auf Null gesunken sei. Doch schon heute stecken bereits wirtschaftliche Möglichkeiten in der 3D-Welt, erklärte Zierhold, die unter anderem Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Dependancen betreut. Wie sieht es aber mit der rechtlichen Seite, beispielsweise mit der Besteuerung von Einnahmen aus der Online-Welt aus?, wollte Moderatorin Doris Hammerschmidt wissen. Dr. Andreas Lober, Rechtsanwalt und Partner bei der Schulte Riesenkampff Rechtsanwaltsgesellschaft, verwies auf zahlreiche ungeklärte Fragen und die damit verbundenen internationalen Diskussionen in Rechtskreisen. Exemplarisch nannte er die Auseinandersetzung um die Frage der Besteuerung von Umsätzen in der virtuellen Währung.

Als soziale Plattform mit 3D-Oberfläche stellte Burckhardt Bonello, Geschäftsführer von sMeet Communications, sMeet vor. In einer Live-Demonstration zeigte Bonello, wie die Kommunikation via Webbrowser und Telefon ohne zusätzliche Clients funktioniert. In der abschließenden Frage nach den Wünschen für 3D-Welten waren sich die Podiumsteilnehmer einig: einfachere Bedienung und Übertragbarkeit der Avatare in die verschiedenen Systeme.


Zur Lektüre - als PDF - empfohlen:

PDF - 463.7 kB
Synthetische Welten: Ein neues Phänomen im Web 2.0
Aus: Media Perspektiven 5/2008 S. 255-270

Anmerkungen

[1Bei dem Versuch der weiteren Aktualisierung des Beitrags gelang es am frühen Nachmittag des Vortages der Veranstaltung nicht, über die hier genannten URL auf die einzelnen Rubriken zuzugreifen. Ein Grund mehr, das Programm hier nochmals in der eigenen Dokumentation des Tages mit abzulegen.

[3Da half auch kein mehrmaliges Drücken der "F5"-Tasten und da hilft auch kein Verständnis für die zu bewältigenden Schwierigkeiten und das Durchhaltevermögen der Veranstalter, diesen Termin überhaupt zu Wege gebracht zu halten. Und da hilft auch kein Verweis auf die vielen anderen Veranstaltungswebseiten, in denen ebenfalls auf solche "Kleinigkeiten" nicht geachtet oder aus Zeitnot nicht reagiert wird. Bei diesem Thema geht es ganz und gar vorrangig um die Webpräsenz - und das ging soweit, dass auf einigen der Folien die Power-Point-Präsentationen vor Ort im Saal im Format einer 2nd-Live-Welt gezeigt wurden - und diese nicht zu aktualisieren bedeutet mit dazu beizutragen, dass heute viele von dem Projekt immer noch als einer "Lame Duck" reden können.

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Hier das Foto von einer Anwendungs-Präsenation des starfruit-Projektes, in deren Verlauf sich ein Zuhörer über seinen W-Lan-Laptop mit seinem Avatar in den Verlauf der laufenden Online-Präsentation der Second-Life-Welt mit "einmischte".

[4Daher hier ein Zitat aus der Rubrik: Rückblick 2008:
"Virtuelle Online-Welten erfreuen sich nach wie vor wachsender Beliebtheit. Auch in Europa bewegen sich bereits Millionen Bürgerinnen und Bürger in Internet-Parallelwelten, die entweder von Plattformbetreibern oder den Nutzern selbst gestaltet werden. In diesen Umgebungen entwickelten und entwickeln sich immer neue Reibungsflächen ökonomischer wie sozialer Natur rund um virtuelles Eigentum, Rechte an Avataren oder den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Die FES veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Hans-Bredow-Institut eine öffentliche Podiumsdiskussion rund um das Thema Regulierung in und von virtuellen Online-Welten. Dabei soll es insbesondere um Chancen und Risiken nationalstaatlicher Interventionen gehen."


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