Stop-over: Tokyo

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 20 Uhr 43 Minuten

 

Tokio: Ankunft 7:50 am. Abflug 8:30 pm.

0.

Zur Vorbereitung wird die deutschsprachige Seite der Tokio Tourismusbehörde aufgesucht. [1]

Dort gibt es so schöne Rubriken wie:

- Den Charme Tokios in die ganze Welt senden und
- Pläne fur einen herzlichen Empfang

leider ist diese Seite [2] online nicht mehr zugänglich.

Auch das für diesen Tag als Ort der Begegnung ausgewählte Hotel wird zunächst unter der Webadresse asiarooms.com lokalisiert und dort u.a. wie folgt charakterisiert.

" Das Hotel Metropolitan ist sehr populär und dieses Hotel wird zentral lokalisiert. Touristen mögen herkommen, da dieses vermutlich das beste Hotel in der Stadt ist. [...] Das Hotel wird gefunden, in den industriellen der Weltbeschäftigtsten und kommerziellen Mitten sich zu befinden. Der Bereich wird auch für die fantastische Mischung der progressivsten Zuführungen der Welt und der Welt am berühmtesten sind und am berühmtesten Architektur gemerkt. "

Was das besagen will? Soweit die Erinnerung nicht trügt, befinden sich in der Umgebung des Hotels zumindest zwei wichtige Museen: das für Fotografie und das für Archäologie.

I.

Um zu sehen, wie man am besten an einem Tag in Stadt kommt und wieder retour wird zunächst die Toei Tranportation Information befragt und man bekommt dort den One-day Economy Pass (Ichinichi Josya Ken ) for Toei Streercars, Toei Buses and Toei Subway Lines zum Preis von ¥700 angeboten.
Dann stellt sich aber sehr schnell heraus, dass man zwar von Ikebukoro auch mit den Trollybussen fahren kann, aber so bestimmt nicht bis zum Flughafen gelangt. Und so wird stattdessen der Tokyo Tranfer Guide befragt.
Dieser bietet zwischen dem Narita-Airport und Ikebukuro bei einmaligem Umsteigen zwei Verbindungen an, die pro Richtung um die 2,000 Yen kosten:

Route 1
- Sky Liner, 58m 1,920 Yen to Nippori
- JR-Yamanote line(uchimawari), 14m 160 Yen to Ikebukuro

Route 4
- Keisei line, 1h10m 1,000 Yen to Nippori
- JR-Yamanote line(uchimawari), 14m 160Yen to Ikebukuro


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 [3]

II.

Angeblich soll es auch einen Bus geben, der von Narita bis Ikebukuro geht und dessen Station dort die vorletzte auf seiner Fahrt in die Stadt sei.

Um diese Verbindung zu finden, wurde eine Mail an das Japanische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt geschickt. Die Antwort kam fast postwendend und war klar und informativ:

Denn es gibt ihn in der Tat, den direkten
- Airport Limousine Bus zum Preis von 3.000 Yen für eine Strecke

oder die Möglichkeit, mit dem Zug zum Flughafen zurückzufahren:
- http://www.hyperdia.com/cgi-english...
- http://www.jreast.co.jp/e/nex/index.html

III

Vor Ort war dann eigentlich alles ganz einfach. Am Flughafen waren sowohl die Wegführungen zu den schienengebundenen Strecken zu finden als auch die Schalter an denen die Tickets für die Busse gekauft werden konnten. Die Aukünfte waren eindeutig, wenn auch unzureichend. Nachfragen nach Kombitickets konnten nicht beantwortet werden, obwohl darauf dann späer in den Bussen selber aufmerksam gemacht wurde. Und ein Retourticket für den gleichen Tag konnte ebenfalls weder gebucht noch reserviert werden. Der Fahrpreis war der, wie im Internet angezeigt worden war. Und es stellte sich als sinnvoll heraus, diese Beträge zuvor in Deutschland in Bargeld eingetauscht zu haben.

IV

Damit fand ein in der Tat fast bequem zu nennender Flug mit einem Airbus A340 sein wirklich gutes Ende. Es gab einen Bulkhead-Seat am Fenster in der Business-Klasse. Einen wirklich guten Service und ausgesucht gute Küche. [4]

Aber zwei entscheidende Dinge, derentwegen Business gebucht worden war, gab es nicht:
- es gab keine Möglichkeit eine Boardkarte für den letzten Teil des Fluges von Tokio nach Sydney vorab ausgestellt zu erhalten. Weder in Berlin noch in Zürich.
- es gab weder an dem eigenen Platz noch an irgendeinem anderen Ort im Flugzeug die Möglichkeit, seine Akkus aufzuladen oder der Rechner zu betreiben. [5]

V.

Bleibt noch der Bericht über die Zeit unmittelbar nach der Ankunft am Flughafen.

Zunächst verläuft auch hier alles "nach Plan": Die Ankunft, das Verlassen des Fliegers, die Überprüfung der Daten für den Transit nach Sydney [6], der Weg zur Immigration. Und dann der Horror: es gibt eine Schlange von so vielen wartenden Menschen, dass einem fangesichts der wenigen Stunden, die dieser Tag für einen bereithält, fast die Tränen kommen können.

Man(n) ist weder Japaner noch hat mein ein Visum, das zu einer mehrmaligen erneuten Einreise berechtigt. Also muss man in die Warteschlange. Und das ist arg, sehr arg sogar. Und es sind nur so wenige Stunden Zeit. Und das GSM-Triband-Mobiltelefon versagt auch seinen Dienst. [7]

Also muss man warten. Und kann auch von der Regelung eines Transists für Gäste, die weniger als 72 Stunden in der Stadt bleiben, keinen Gebrauch machen. Keiner kennt sich aus, oder versteht einen überhaupt mit seinem Anliegen, obgleich auch im Wartebreich nochmals in Englisch auf diese Möglichkeit ausdrücklich verwiesen wird.

Vielleicht sollte man dieses Thema nicht allzu stark auswalzen und die persönliche Befindlichkeit nach einem so langen Flug und in Erwartung einer so´wichtigen Begegnung nicht zu sehr in den Vordergrund stellen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Mär, dass es nur in den USA bei der Immigration so schlimm zugehe, offensichtlich in Unkenntnis der Zustände in Narita entstanden ist.

Anmerkungen

[1Um Tokio zu einer Weltstadt zu machen, die in der Lage ist immer wieder Besucher anzuziehen, muss sie ihre Anziehungskraft global ausweiten. Als Konsequenz wurde im November 2001 der „Tokyo Metropolitan Government Tourism Promotion Plan “entworfen. In weiter Folge wurde im April 2002 die Tourismusbehörde im „Bureau of Industrial and Labor Affairs “eingerichtet, um diesen Plan zu realisieren.

[3Hier das Foto der Verbindungen, so wie sie dann in Narita angezeigt werden.

[4Bestellt wurde nicht länger "no pork", da das einem ja nur in der "Matrix Zwei Datei" einige weitere Sonderpunkte der unerwünschten Art einbringt, sondern ein "Hindu-Meal". Und das war ausnehmend lecker.

[5Der Purser, der hinzugerufen wird, sagt, dass ihm dieses Problem bekannt sei, er aber keine Möglichkeit habe, dafür eine Lösung anzubieten.

[6Ein Boardingticket für den Weiterflug nach Sydney war weder in Berlin, noch in Zürich zu erhalten. Und bei der Ankunft am Terminal 1 des Flughafens in Narita auch nicht. Immerhin, am Ausgang stand eine Mitarbeiterin der Fluggesellschaft und hatte eine Liste dabei, auf der der eigene Weiterflug schon aufgezeichnet worden war. Und alle Daten wurden nochmals sorgsamst abgerufen und die Zahl der bereits durchgebuchten Gepäckstücke kontrolliert.

[7Was ja nun alleseits bekannt ist und erklärt, warum überall im Flughafenankunftsgebäude Schalter von Firmen zu finden sind, die dem ankommenden Gast Telefone samt Karten zu saftigen Preisen anzubieten versuchen.


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