"Sie werden photographiert..."

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 19 Uhr 05 Minuten

 

"... wenn Sie bei Juden einkaufen."


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Boykott in Lahr 1933
Der reichsweite Boykott jüdischer Geschäfte, Arzt- und Rechtsanwaltspraxen am 1. April 1933 war eine „Auftaktveranstaltung“ zur gezielten Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlagen der deutschen Juden. Er wurde bewusst für die Öffentlichkeit inszeniert und deshalb oft fotografiert und gefilmt.
 [1]

An diesem Tag begann - und endete der erste offizielle politisch verkündete Terror durch Boykott gegen die - in der und für die Öffentlichkeit tätige - jüdische Bevölkerung.

Es wird sicherlich und hoffentlich an vielen anderen Stellen als diesen an diesen Schandtag, an diese Tag der Schande erinnert werden.

Und es ist auch klar, warum gerade die Antwort auf die Frage, ob die Olympischen Spiele in diesem Jahr in China boykottiert werden sollen, aus deutscher Sicht besonder schwer zu beantworten ist.


Auf der Suche nach solchen Einträgen treten höchst assoziativ und scheinbar ungenau vier Meldungen in Augenschein, die dennoch hier in dieser sonderbaren Bezüglichkeit genannt werden sollen.

1. Der Bericht von Kirsten Heckmann-Janz im Deutschlandfunk, der in seinem Kalenderblatt dieses Thema zum Gegenstand gemacht hat.

"Heute morgen um zehn Uhr hat der Boykott begonnen. Er wird bis um die Mitternachtsstunde fortgesetzt."

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/...

"Er vollzieht sich mit einer schlagartigen Wucht, aber auch mit einer imponierenden Manneszucht. Unsere Partei und unserer Führer. Heil! Heil! Heil!"

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am 1. April 1933.

2. Ein Gedicht von Nelly Sachs das am Tag darauf auf dem gleichen Sender im Rahmen seines Lyrik-Kalender-Programms vorgetragen wurde

Dein Name ist dir verlorengegangen
aber die Welt eilt herzu
und bietet dir schöne Auswahl an
Du schüttelst den Kopf
aber dein Geliebter
hat dir einmal die Nadel im Heuhaufen
Hörst du: er ruft dich schon -

3. Die Meldung von der fortwährenden Finanzierung einer neu entwickleten und sich entwickelnden virtuellen Online Welt, in der die Membran zwischen Wirklichkeit und virtueller Realität sehr viel dünner ist, als wir dieses noch von Second Life her kennen.

Metaversum, der Betreiber der virtuellen 3D-Welt Twinity, freut sich über frisches Geld. Balderton Capital steigt mit einem Mio-Betrag bei der Berliner Gesellschaft ein. Mit der Kohle von Balderton Capital und den bisherigen Geldgebern von Grazia Equity will Metaversum-Boss Jochen Hummel Twinity international ausrollen. Zurzeit befindet sich Twinity in der so genannten geschlossen Beta. Es wird geschraubt und getestet, die Vorhänge sind noch zu. Was unterscheidet Twinity von Second Life & Co? Eine spezielle Technik soll es "Twinity"-Nutzern ermöglichen, ihren Avatar nach ihrem realen Vorbild zu gestalten. "Einen weiteren digitalen Maskenball zu veranstalten, ist nicht unser Ziel. Uns geht es um eine Community mit echten Menschen, die in ,Twinity’ beispielsweise auch reale Geschäfte machen können”, so Hummel, der Metaversum im Juli 2006 zusammen mit Dietrich Charisius (CTO) und Mirko Caspar (CMO) gegründet hat (bartlspielt vom 7. September 2007). Klaus Hommels von Balderton Capitals setzt auf den Realitäts-Bezug: "Virtuelle Welten, die eng mit der Realität verknüpft sind, werden die Zukunft des Internet maßgeblich beeinflussen". Twinity sie eines der vielversprechendsten Projekte auf diesem Gebiet, so Hummels. Die Venture-Capital-Firma Balderton Capital war bis vor kurzem noch an den Internet-Unternehmen Bebo und MYSQL beteiligt. [2]

4. Ein Foto mit der Abbildung eines Demonstrationszuges in dem auf einem weissen Plaktathintergrund mit roter Farbe in Grossbuchstaben geschrieben ward: "GOD BLESS HITLER".
Als Referenz auf dieses Foto wird der Link
http://www.netzeitung.de/img/0089/186189.jpg
genannt sowie als "Originalzusammenhang" ein Verweis auf die Seite:
www.mein-parteibuch.de/.../

Anmerkungen

[1Zitiert nach: „Die letzten Juden verlassen Bruchsal“. Historische Filmaufnahmen zur Judenverfolgung in Baden und Württemberg. Von Jürgen Stude. In: Momente. Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg. Ausgabe 2/2005

[2Kressexpress mit DGITALkompakt vom 1. April 2008


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