NAB_08 (VI)

VON Julie ColombetZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 20 Uhr 33 Minuten

 

I.

Today on the NAB-Show  [1] the Sports Video Group SVG will present the Sports Technology Forum claiming that there is "Nothing’s Bigger than the Olympics at NAB!"

Some 16,000 broadcasters from over 200 broadcasting organizations will cover the Beijing Olympics from August 8-24, 2008, making it the largest TV production in history. Combined with unprecedented Internet coverage, an expected world audience of over 4 billion will watch every move of the world’s greatest athletes. The Sports Video Group (SVG) in cooperation with NAB will provide NAB Show attendees an in-depth accounting of the technical preparations and innovations involved in delivering the audio, video and data from Beijing this summer in this official NAB educational conference.

9:00-10:30 a.m.
Making the Leap: Transitioning the International Broadcast Center to HD
Every two years the Olympic International Broadcast Center features an influx of the latest-and-greatest technology from the leading broadcast equipment makers around the world. This inside tour of the technologies and workflows within the IBC will feature presentations by leading networks and manufacturers. Learn how the latest graphics, acquisition, storage, and editing system technology will be applied to the world’s largest broadcast sports event.

Panelists:
- Joe Sidoli, Canadian Broadcasting Corp., Sports director of Production Resources
- Chris Cuddihy, Ascent Media, Director of Olympics project
- Shaun Dail, Orad VP sales and marketing, North America
- Luc Doneux, EVS Asia & Pacific general manager, and head of Big Events Projects
- Hugo Gaggioni, Sony Broadcast and Production Systems Division VP and CTO
- Eric Hamilton, Apple, senior manager, Pro Applications, Market Development, Asia
Moderator: Peter Angell, Infront Sports and Media

10:45-12:30:
Virtual Beijing: Inside the Venues
The Beijing Games will feature some of the most technically advanced venues ever built. They’ll also feature a wealth of broadcast equipment, from HD cameras, to venue-based editing systems, and fiber connectivity. Manufacturers involved with the venue construction and technology discuss how they readied the venues to meet the needs of the world’s broadcasters.

Panelists:
- Chip Adams, NBC Olympics director of venue engineering
- Charlie Cope, BBC Post Production, Post Production Editor & Technical Consultant
- Bob Dixon, NBC Olympics, Sound Design & Communications
- Marc Schneider, Riedel, Multi-sport International Event project manager
Moderator: Ken Kerschbaumer, Sports Video Group editorial director

1:15-2:15
Goin’ Mobile: Olympic Mobile Production and Flypack Systems at the Summer Games
Mobile production and services companies are the backbone of the Olympics acquisition and production process. Leading executives from the companies involved discuss the newest sports production trucks that will be used in Beijing as well as smaller flypacks that will be used at some of the smaller venues and by individual broadcasters.

Panelists:
- Martin Anderson, Visions, Managing Director
- Jan Eveleens, Thomson, VP for Production and Post Production
- Luc Geoffroy, Euro Media Group, CTO
Moderator: Ken Kerschbaumer, SVG editorial director

2:30-3:30
Road trip! Local TV Stations and the Olympics
With thousands of American athletes descending on Beijing dozens of local TV stations will follow. Local TV station news directors, producers, and engineers discuss plans to cover the Olympics.

Panelists:
- Brian Bracco, Vice President, News, Hearst-Argyle Television
- Patti McGettigan, News Director, WOOD-TV, Grand Rapids, Michigan
- Tom Mitchell, Assistant News Director, KSL-TV, Salt Lake City, Utah
- Greg Thies, News Technology and Operations Manager, KING, Seattle, Washington
Moderator: Harry Jessell, Editor and Publisher, TV Newsday

3:45-5:00
Inside NBC’s Highlights Factory
NBC will broadcast 3,600 hours of Olympics competition via TV and the Internet, a number that eclipses all Olympic broadcasts combined. To help ready content for distribution over multiple outlets NBC Olympics is building a first-of-its kind “Highlights Factory.” NBC Olympics and its partners on the project discuss the technologies and workflows that will allow for Olympic fans and viewers to see all the action.

Panelists:
- Matt Adams, NBC Olympics
- Peter Humphrey, Principal, Media Strategy Partners, LLC; NBC Olympics consultant
- Eric Pohl, National Teleconsultants, CTO
Moderator: Ken Kerschbaumer, SVG Editorial Director

Soweit der Überblick über die wohl thematisch wichtigste Veranstaltung des heutigen Tages. Denn es gibt keinen Sektor und kein Thema, bei dem so viele Zuschauer für eine so lange Zeit gebunden werden können, wie beim Sport.

Und es gibt kaum eine Gruppe, die mit ihren Strategien und Entscheidungen mehr Einfluss hat auf die technische Ausgestaltung des TV-Programms als die Sportverbände und -veranstalter. [2]

II.

Und dann kommt doch alles ganz anders. Anlass dafür ist eine Begegnung mit einem der Präsidenten der Landesmedienanstalten [3], der nochmals nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht hat, wie wichtig und spannend es werden könnte, sich das Gespräch mit Alvin Toffler anzuhören, das an diesem Vormittag im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Las Vegas Hilton stattfinden würde.

Aus der Sicht des Berichterstatters war zunächst Skepsis angesagt, da der Interviewer niemand anderes war als der aktuelle NAB Präsident Rehr selber. Und - bei allem Respekt - vor seinem Job und seinem Können, war die Erwartung eine eher skeptische ob der Frage, ob ein Mann seines Genres auf der Bühne mehr würde ausrichten können als die Moderation eines frohgemuten öffentichen Familientreffens mit den Tofflers.


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Was die Sache nämlich für ihn besonders schwer - als auch reizvoll - machen würde, war der Umstand, dass Alvin und Heidi Toffler gemeinsam auf der Bühne sitzen und ihren seit über 50 Jahren andauernden Dialog [4] nun auch öffentlich vor- und fortzuführen würden.

Und so kam es wie es kommen musste. Ein Vortrag von Alvin, eine Gesprächsrunde zusammen mit seiner Frau Heidi, keine Fragen wurden zugelassen als die von Herrn Rehr und ein fröhlich winkender gemeinsamer Abgang vom Podium nach dem - sozusagen virtuellen - von der Secuity gut abgeschirmten "Bad in der Menge".


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Interessant an seiner Rede die Überlegung, dass die Auflösung der klassischen Rollen von TV und Radion dazu führen könnte, dass auch der Begriff von der "National Association of Broadcasters" irgendwann von einem anderen Begriff abgelöst werden könnte; einem, der den neuen Gegebenheiten besser Rechnung trifft - (wie wäre es zum Beispiel mit Inter-National Association of Professional Commuicators ;-) .

Er verweist in diesem Zusammenhang nochmals auf den schon in den achtziger Jahren geprägten Begriff des "Prosumers", der sich - er wiederholt dieses ausdrücklich nochmals - aus den Begriffen "Production" und "Consumer" zusammensetzt. Und er macht darauf aufmerksam, dass dieser Prozess seit langem eingesetzt habe. Heute würden die Fotos alle direkt in der Kamera festgehalten und darin direkt vom Nutzer abgerufen und weiterverarbeitet werden. Zu seiner Zeit habe man den gekauften und belichteten Film erst einmal wieder abgeben und ausbelichten lassen müssen, bevor man in den Genuss der eigenen Aufnahmen gelangen würde. [5]

Dabei ist der Begriff der Mediennutzung in einem sehr weiten Sinne zu verstehen. Da sei zum Beispiel auch die Verwendung eines Automaten hinzuzuzählen, mit dem man in der Lage sei, seinen eigenen Blutdruck zu messen. Früher habe man damit noch zum Arzt gehen müssen. Und in seinem sehr weitreichenden Sinne. Ja, er könne sich sogar für die Zukunft vorstellen, dass der TV-Nutzer den Fortgang seiner von ihm ausgewählten wird beeinflussen können - und nicht nur die Haarfarbe seines Stars. Ja, es könnte sein, dass die von ihm neu gestaltete Geschichte als seine eigene ins Netzt gestellt werden könne - und diese dann sogar gegen eine eigene Gebühr abgerufen.

Er sage all diese wohlwissend um die Problem - etwa des Urheberrechtes - mit sich bringen würde. Aber es sei ihm ein Anliegen darauf aufmerksam zu machen, welche massiven Veränderungen sich andeuten würden und dass man sich über deren Auswirkungen noch kaum ausreichend Gedanken gemacht habe.

III.

In der sich anschliessenden Frage-und-Antwort Runde gibt es leider keine Gelegenheit zu diesem Thema mehr zu erfahren und es bleibt letztendlich unklar, warum dieses nicht geschieht. Weil der, der die Fragen stellt, nicht zu sehr den Finger in die eigenen Wunden legen will, oder weil sich das Toffler-Think-Team letztendlich nicht in der Lage sehen würde diese hier vorgetragenen Szenarien genauer auszuloten. [6]


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Vielleicht kann man die Chance, die hier nach Meinung des Autors vertan wurde am besten dadurch beschreiben, in dem man Vorschläge macht, wie ein anderes Mal in einer solchen Lage besser zu verfahren ist:

Wenn es wirklich dem Chef vorgehalten sein soll, die Fragen zu stellen und wenn es wirklich so sein soll, dass die Zuhörer keine Möglichkeiten haben, ihrer Fragen zu stellen, dann sollten zumindest alle NAB-Mitglieder und potenziellen Gäste eingeladen werden, schon im Vorfeld - zum Beispiel über ein Webinterface - Fragen zu stellen, die dann stellvertretend auf dem Podium auch zu Gehör gebracht werden können.

Weiterhin sollte man davon ausgehen, dass die meisten der Anwesenden die Bücher der Autoren allenfalls vom Hörensagen kennen. Ja vielleicht wäre es sogar von Vorteil, in einem kurze Vorspann auf die wichtigsten Aussagen nochmals zusammenzutragen und vorzustellen und dabei vor allem auf jene Textstellen zu verweisen, die in dem Zusammenhang der Podiumsdiskussion von Bedeutung sein werden. [7]

Und schliesslich sollte man berücksichtigen, dass es Momente gibt, in denen selbst jene Menschen, die als die Ikonen ihrer selbst wahrgenommen werden, nichts lieber hätten, als aus eben dieser Rolle heraussteigen zu können und unbefangen und neugierig nach Anregungen zu suchen, die sie "auf neuen Ideen" zu bringen vemögen.

IV.

HULU CEO JASON KILAR TO DELIVER KEYNOTE SPEECH AT NAB SHOW.

So enttäuschend dieser Messe-Tag begann, so erfreulich war sein Ende. Wenngleich auch dieses zunächst nur auf Umwegen. Die hier angekündigte Keynote war ein der ganz wenigen, die auch als Livestream auf der Webseite hat abrufen können.


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Um allerdings überhaupt einen Zugang auf diese Seite zu erhalten, bedurfte es zunächst der Anfrage bei einer externen Presseagentur. Alle Versuche, über die Ankündigung dieser oben als Link eingespielten Veranstaltung einen Zugang zu erhalten, waren negativ ausgefallen.

Und als es dann schliesslich gelang, im Presszentrum diesen Stream auf den Rechner zu bekommen, stellt es sich heraus, dass die Kamera nur auf den Redner fixiert war und blieb und die von ihm auf einer Extraleinwand eingespielten Bespiele und Texte nicht mit übertragen wurden.


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Also wurde dann doch der Weg vom Rechner weg und hin in den Veranstaltungsraum gewählt: Und hier geschah alles das, was am Morgen nicht möglich gewesen war. Der Redner war in seiner Präsentation in der Lage, ganz offensichtliche Fragen, auf die es zu reagieren galt, gleich mit in sein Konzept einbezogen zu haben. Und es gab danach eine so ausführliche Frage- und Antwortsession, dass diese aufgrund der hohen Anteilnahme schliesslich vom Moderator abgebrochen werden musst [8].


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Heidi Toffler hatte auf einen Frage von David Rehr erklärt, dass ihr Mann und sie mit ihrer Arbeit nicht zuletzt deshalb so erfolgreich seien, weil sie im Gegensatz zu vielen Anderen eben keine Trends analysieren würden, sondern vielmehr die darunterliegenden Strömungen und deren erst in der Zukunft wirksamen Einflussfaktoren.

Jason Kilar stattdessen hat eben diese analysiert und mit seinem Team eine lange lange Liste all der Dinge erstellt, die sie n i c h t realisieren wollen - und hat so zu den Essentials ihrer Arbeit gefunden. Und sie haben die Chance gehabt - und wahrgenommen - dass sie mit den Eigentümern NBC Universal and News Corp. zwei Senderfamilien als Gründerväter haben, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Und die Tatsache, dass man sich dennoch auf Seiten der Sender zusammengerauft und einen weitern Investmentpartner gefunden hat, zeigt, dass es einige "Essentials" gibt, die heute zu erfüllen wichtiger sind als aller Streit über unterschiedliche Formate und Senderphilosophien [9]

Hulu , das sei "cool stuff and the best hot topic" - so wurde dieses Projekt wenige Stunden zuvor auf der Telecom 2008-Konferenz im Rahmen der NAB angekündigt. Die Reaktionen der durchweg ebenso interessierten wie begeisterten Gäste im Auditorium zeigten, dass man nach YouTube nun endlich das "high-end-offer for the tv consumer" gefunden habe. Auch dann wenn man in Amerika mit seiner Breitbandversorgung mehr zurück sei, als fast überall sonst auf der ganzen Welt - so Jason Kilar, der gerade von einer längeren Auslandsreise zurückgekehrt war und seinen Landleuten eindeutig zu verstehen gab, dass man selbst in China an diesem Punkte inzwischen erheblich weiter sei.


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VII

Als Ergänzung und im Vergleich dazu Auszüge aus dem Bericht von James Park von der für dies Show engagierten PR-Agentur Edelman:

Day three of the NAB Show brought broadband, mobile and new ventures in content to the Content Theater.

The NAB Show also featured Hulu CEO in the Spotlight Series and provided an inside look at the globalization of content in the India entertainment Super Session.

David Rehr, president and CEO of NAB, addressed the audience at today’s NAB Technology Luncheon on innovations in broadcast technology focusing on the transition to DTV.

During the Luncheon, Ira Flatow, host and executive producer of "Talk of the Nation: Science Friday" presented a keynote address. Flatow shared his thoughts on distributing science and technology news and capturing new audiences through the radio and all new technologies including Facebook, Second Life and other virtual worlds.

Antoon Uyttendaele, consultant with ABC Inc. was honored with the 2008 NAB Engineering Achievement Award for Television for his outstanding career which included his pivotal role in 720p adoption. Tom Silliman, president of Electronics Research, Inc., received the 2008 NAB Engineering Achievement Award for Radio for his distinguished work in the field of antenna engineering for the broadcast industry.

Author and futurist Alvin Toffler, along with his wife Heidi, addressed the NAB Show attendees with a discussion on new media’s effects in shaping American culture. NAB President and CEO David Rehr led the Q&A with the couple, which touched on everything from values to the generation gap.

Anmerkungen

[1The National Association of Broadcasters is a trade association that advocates on behalf of more than 8,300 free, local radio and television stations and also broadcast networks before Congress, the Federal Communications Commission and the Courts. Information about NAB can be found at www.nab.org.

[2Einen Tag vor dem Abflug nach Las Vegas hatte der ZDF-Intendant in seiner "Keynote" in Berlin wissen lassen, dass die Entscheidung für die Einführung von HDTV eindeutig mit-bestimmt worden war von den internationalen Sportereignissen, über die es in den nächsten Jahren zu berichten gilt.

[3von deren drei zumindest schon Angesicht zu Angesicht in der Menge indentifiziert werden konnten

[4er: "57", sie, ihn unterbrechend: "58 Jahre!"

[5Bei dem Versuch, dem Ehepaar im Anschluss an ihren Vortrag einen aktuellen Fotokalender als Geschenk zu übergeben, wurde auch diese Geste von den Sicherheitskräften durch deren strikte Intervention unterbunden. Andere, frechere Personen aus dem Publikum waren da offensichtlich besser drauf und konnten sich sogar die eine oder andere Signatur auf einer der Tofflerschen Bücher organisieren.

[6Wenn man sich nämlich die Rede von Alvin Toffler nochmals genau anhört - und das ist geschehen - ist festzuhalten, dass gerade und nur an diesen Stellen der laufende Redefluss immer wieder abbrach und nach neuen Worten gesucht wurde.

[7Auf der Seite der NAB-News wurde dieses zumindest ansatzweise in einem einleitenden Artikel versucht.

[8nicht zuletzt, weil hier so um ersten Mal überhaupt in diesen Tagen beobachtet, auch die Frauen ausführlich zu Wort kamen - und diese so ausführlich und langatmig, dass einige der Männer in der Warteschlage der Fragensteller ihre Warteposition schon aufgegeben hatten.

[9Soweit hier in diesem Zusammenhang überhaupt von einer "Philosophie" gesprochen werden kann - sei’s drum.


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