dialogue de sourds (II)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 16 Uhr 41 Minuten

 

Da diese - hoffentlich nicht unendliche - Geschichte weiter geht, werden wir auch heute nochmals über den Fortgang der Bemühungen berichten, einen gesicherten Zugang zu den Finanzbehörden erstellen zu können.

Das Thema ist ja nach dem Beschluss des Bundeskabinetts von dieser Woche über die elektronische Datenerfassung des "Steuerbürgers" von einer - wie es so unschön heisst - "neuen Qualität" [1]

Wir haben diese Entwicklung zum Anlass genommen um zu prüfen, wie weit es denn nun mit unserem Versuch gediehen ist, sich mit einem sicheren Datenstrom beim Finanzamt "einklinken" zu können.

Nach der Dokumentation des Dialoges mit dem ELSTER Avatar zeigen wir heute, dass dieses Ansinnen auch nach mehr als zwei Jahren [sic!] immer noch nicht in die Praxis umgesetzt werden kann.

Heute also eine neue, elektronische Version von "Warten auf Godot" und dieses Mal sogar in "Wort und Bild":


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Beim Aufruf der ELSTER-Plus-Installation wird zunächst serverseitig angeboten den eigenen Browser "ELSTER-fit" zu machen


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Nach dem Einspielen der aktuellen "Java"-Version wird ein Neustart des Browsers fällg [ein Drücken der "F5"-Taste reicht offensichtlich nicht]


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Die T-Systems telesec-Signaturkarte wird als eine der möglichen Zugangsberechtigungskarten akzeptiert.


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Aber die Software nimmt keine Verbindung mit der Karte oder dem Signaturkartenlesegerät auf.


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Die Nachfrage bei dem T-Systems-telesec Service Center ergibt - nach eingehender Prüfung und Rückfrage - folgendes:
- Der Käufer und Eigentümer der Karte ist seit dem Erwerb am 23. Dezember des Jahres 2004 nie für die Nutzung derselben freigeschaltet worden.
- Dieses Manko wurde bis dato nie offenkundig.
- Im Gegensatz zu den Aussagen des ELSTER-Systems kann diese Karte bis heute nicht für diesen Dienst genutzt werden kann.

Eben dieses wurde aber beim Erwerb des Paketes am T-Bunkt Business als das besondere werbendes Argument herausgehoben, nämlich der sichere Zugang zu den öffentlichen Verwaltungen beim Bund und im Lande Berlin.

Sind die also bislang entstandenen Kosten in Höhe eines dreistelligen Betrages - nur für die Anschaffung - wirklich eine "Investition in die Zukunft" gewesen?

30 Monate nach dem Kauf der Karte hat die Zukunft - zumindest bei uns - immer noch nicht begonnen. [2]

Anmerkungen

[1Dazu schreibt das Virtuelle Datenschutzbüro in seiner Meldung vom 08.08.2007:
Das Bundeskabinett hat heute dem Entwurf eines Jahressteuergesetzes 2008 zugestimmt, das ab 2011 die Ablösung des Lohnsteuerkartenverfahrens durch ein elektronisches Abrufverfahren vorsieht. Dazu ist geplant, die beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in Zusammenhang mit der ab 1. Juni 2007 vergebenen Steueridentifikationsnummer errichtete Datenbank um weitere sensible Daten anzureichern, zum Beispiel um die Religionszugehörigkeit, Ehepartner und Angaben über Steuerklassen und Freibeträge, etwa für Kinder und außergewöhnliche Belastungen.

[2Wir werden an dieser Stelle über den Fortgang dieser - hoffentlich dann irgendwann doch nicht länger unendlichen - Geschichte berichten.


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