EDEKA ist nicht gleich Edeka

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 16 Uhr 33 Minuten

 

Bevor diese Zeilen ins Netz gestellt werden, nochmals ein Blick auf die EDEKA-Webseite. Denn das Thema, das eigentlich interessiert ist das 100-jährige Jubiläum, das in diesem Jahr gefeiert und als solches öffentlich herausgestellt wird.


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Dazu werden im Pressearchiv alle bisherigen Meldungen des Jahre 2007 durchgeforstet. Bis zum 21. Juni 2007 sind dort acht Meldungen verzeichnet aber noch keine einzige zu dem hier gesuchten Thema.

Auch unter Termine mit bis dato vier Einträgen wird man nicht weiter fündig.

Und unter dem Themen-Spezial finden sich Einträge zu: "Kaninchenfleisch", "Greenpeace-Studie", Genreis, "’Vogelgrippe’", "Gentechnik"... aber nichts zum Jubiläum.

Aber halt: es gibt oben in der Leiste einen eigenen Eintrag: 100 Jahre EDEKA [1] [2]

und der beginnt so:

Wir lieben Lebensmittel. Seit 100 Jahren.

Schön, dass Sie uns zu unserem runden Geburtstag besuchen! Im Jubiläumsjahr gibt es viele gute Gründe zu feiern. Auf dieser Seite informieren wir Sie immer aktuell über unsere Aktionen, Angebote und verwöhnen Sie mit netten, kleinen virtuellen Überraschungen. Interessante Einblicke bietet Ihnen auch der Einkaufsbummel durch 100 Jahre EDEKA. Doch ganz besonders freut sich natürlich "Ihr" EDEKA-Händler über ihren persönlichen Besuch. Auf bald also!


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Also wollen wir gemeinsam auf diesen Geburtstag anstossen und und eine Kasten Bier zum Jubiläumspreis gönnen.
Gleich in Schrittnähe neben der Wohnung gibt es ein Geschäft mit den markaten Farben Gelb und Blau.
Dort eingetreten, führt der Weg zielstrebig zum Getränkelager. Und dort findet sich sogar ein junger Mann, der einem eine Kiste herausholt und sie bis zur Kasse trägt und dort abstellt. Soweit, so gut.
Aber all es an das Bezahlen geht, stimmen die Preise nicht. Nicht, weil zum in der Werbung ausgewiesenen Preis der Pfand hinzugerechnet werden muss, sondern weil dieser in der Werbung so ausgewiesene Preis in diesem Geschäft keine Gültigkeit hat. Únd so muss der junge Mann den Kasten wieder zurück tragen ins Lager.

Nochmals auf die Webseite geschaut und versucht, sich auf die vorgetragenen Erklärung - der besuchte Markt sei ein sogenannter "aktiv-Markt" und der gehöre im eigentlichen Sinn daher nicht zur EDEKA-Kette - einen Reim zu machen.

Zunächst wird nachgeschaut unter dem Thema: "Die Wochenangebote der
EDEKA Großhandelsbetriebe!". Dort findet sich folgenden Erläuterung:

"Die EDEKA setzt sich aus sieben Großhandelsbetrieben zusammen. Jeder dieser EDEKA Großhandelsbetriebe bietet für seine Region eigene Sonderangebote an, so dass es mit Ausnahme der Preisknüller keine einheitlichen bundesweiten Angebote gibt."

Nun liegen aber sowohl das Büro als auch die Wohnung in Berlin und Berlin liegt ganz und gar in der Region Nord. Das kann es also nicht sein.

Also wird nachgeschaut unter dem Wort-Link: "Marttypen" und in Erfahrung gebracht, dass es derer vier gibt:
- den Frischemarkt
- den E activ makt
- den E neukauf
- das E center

Bei dem besuchten Geschäft handelte es sich um eine E aktiv markt und der, so ist zu lesen, wird: "von selbständigen Kaufleuten betrieben. Sie bieten dem Kunden ein komplettes Frische-Sortiment mit Fleisch- und Wurstwaren, Obst, Gemüse und Blumen, Brot- und Backwaren, Käse, Salaten und Feinkost sowie ein umfangreiches Trocken-
sortiment mit attraktiven Dauerniedrigpreisen. Über 200 E aktiv-
Märkte werden von selbständigen Kaufleuten und vom Einzel-
handels-Tochterunternehmen der EDEKA Nord geführt.
"

Aber auch die anderen Markt-Typen werden nach diesen Erläuterungen "von selbständigen Kaufleuten" betrieben oder aber von "Einzelhandels-Tochterunternehmen". Letztere sind können überall ebenfalls Betreiber sein, nur nicht in den Frischemärkten.

Also wird das Kriterium, warum die hier dargestellte Anzeige in dem besuchten E aktiv markt nicht gilt - auch so nicht nachvollziehbar. Trotz allem Bemühen und Transparenz und Kundennähe.

Aber vielleicht sollte man auch nicht länger über diese Frage nachgrübeln und - dem Motto der Markt-Marketing-Manager folgend - einfach lieber mal eine Flasche Sekt kaufen als einen Kasten Bier.


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Die wird es doch sicherlich auch irgendwo im Angebot geben, als "Knüller der Woche" - oder? [[Das Sekt-Glas-Motiv gibt es sogar als interaktiven Bildschirmschoner.

Anmerkungen

[1In dem auch endlich mal der Ursprung des Namens erläutert wird: "„Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin“ – kurz E.d.K"

[2Und dort findet sich auch eine eigene Presseerklärung zu diesem Anlass als PDF-File


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