Es ist sehr selten, dass auf diesen Seiten ein Kommentar zu einer politischen Sache veröffentlicht wird.
Auch hier wird noch an der Formulierung gearbeitet werden: Es geht um die Entscheidung, dass potenziell Wehrpflichtige per Los gezogen werden könn(t)en anstatt auf der Grundlage einer sogenannten Auswahlwehrpflicht. [1]
In den DLF-Nachrichten war heute um 9 Uhr zu hören und zu lesen [2]:
Die Regierungskoalition von Union und SPD hat sich nach übereinstimmenden Medienberichten auf ein Modell für einen neuen Wehrdienst geeinigt.
Details sollen zunächst den Koalitionsfraktionen und dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dem Vernehmen nach werden alle Männer eines Jahrgangs gemustert. Freiwillige würden vorrangig berücksichtigt. Gibt es keine ausreichende Zahl an Freiwilligen, soll gelost werden, um den benötigten Personalbedarf der Bundeswehr zu decken. [...]
In den "Informationen am Mittag" hören wir zunächst einen Bericht von Marcus Pindur und danach Dirk Oliver Heckmanni im Interview mit Thomas Wiegold, verteidigungspolitischer Experte, zum Thema: Wehrdienst und Losverfahren, der sogar von einer Lotterie sprach, in der darüber entschieden werde, wer in den Krieg ziehen müsste und wer nicht ...
Es mag als unangemessen kritisiert werden, diese Lotterie mit einem sogenannten russischen Roulette - inzwischen auch per Google-App als Download im Angebot - auch nur verbal in Beziehung zu setzen. Und doch bleibt es dabei mehr als fraglich, wie die Verteidigungsbereitschaft auf ausgerechnet diesem Wege gestärkt werden kann.
Bleibt nur dieses eine Argument: Das Ergebnis einer Lotterie kann nicht durch Korruption beeinflusst werden - oder?
