Der Digitale Bürger NullkommaNeun

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 28. November 2018 um 12 Uhr 00 Minuten

 

Was - immer noch nicht - so funktioniert wie es eigentlich sollte... hier ein simples Beispiel-Beispiel als pars pro toto!

Zur Verfügung steht
— ein REINER SCT "Secoder 2" in der Version 2.2.0
— der Zugang zum Elster-Portal unter https://www.elster.de/eportal/login/npa
— die AusweisAPP2
— der für die eServices freigeschaltete Personalausweis

Als auf unserem Window 7 pro 64bit-Rechner die sogeannten "AusweisApp2" gestartet wird, taucht diese Meldung auf:

"Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte kontaktieren Sie unseren Support unter AusweisApp2Support

Dort wird diese Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme angeboten: support@ausweisapp.de oder diese Telefonnummer: 01805 348 743.

Wir wählen die telefonische Anfrage. Dort wird nach der installierten Version gefragt:

und erklärt, dass es für diese Version keinen Support mehr gäbe; auch keine Uploadmöglichkeit, sondern diese Anwendung komplett gelöscht werden müsse - und zwar sammt aller bis dahin vorgenommenen Einträge und Freischaltungen. Diese könnten nicht vorab ausgespielt und so gesichert und auf die neue Version übertragen werden.

Dennoch werden vorab die *.log.-Datei und die Seviceprotokolle mit dem Text-Protokoll gespeichert. Dann wird die Version von Revo Uninstaller 2.0.5 installiert. Mit dieser wird zunächst die abgelaufene Lizenz von Revo Uninsaller Pro 4.0.0 deinstalliert. Und dann die installierte Fassung von AusweisApp2.

Dabei wird nochmals angezeigt, dass die AusweisAPP2 der Firma Governius GmbH & Co. KG als Version 1.10.3 am 06.08.2917 installiert wurde [1]

Die vollständige Deinstallation scheitert zunächst an der Windows Firewall, kann aber händisch nachgearbeitet werden.

Danach wird erneut die Seite
https://www.elster.de/eportal/login/npaaufgerufen und das Download-Verzeichnis für die aktuelle Version der AusweisApp aktiviert.

Der Name der Seite lautet: https://www.ausweisapp.bund.de/download/, doch der Firefox-Browser meldet: "Seite nicht gefunden." Ein erneuter Versuch leitet dann weiter auf die Seite der Fa. Governikus GmbH & Co. KG: Die Datei mit dem Namen: AusweisApp2-1.14.3 wird herauntergeladen und zum Zwecke der Installation geöffnet.

Die neu installierte Version wird - im Admin-Modus - aufgerufen. Dort poppt ein Einrichtungsassistent auf, erkennt das Lesegerät und fragt - erneut - nach der sechstelligen PIN, die man doch schon auf dem schriftlichem Wege erhalten habe.

Nun wird dieses Dokument gesucht - und gefunden. Aber die darin übermittelte sogenannte (Transport-)PIN Nummer ist nur fünfstellig.

Was tun?

Der Personalausweis wird eingesteckt. Nun kommt die Meldung, das zunächst die fünfstellige Transport-PIN einzuschreiben sei. Aber bitte: "Dalli, Dalli" - denn sonst poppt sogleich diese Meldung auf:

Nach dem erneute Versuch mit der Transport-PIN-Nummer taucht diese Meldung auf.


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Daraufhin werden alle Programme geschlossen, der Rechner wird herungergefahren und wieder neu gestartet.

Zwischzeitlich wird die in dem auf dem Bürgeramt überreichten Begleitheft genannte Rufnummer "116 116" gewählt. Dort wird die Zuständigkeit für Anfragen dieser Art abgeleht und auf das "zuständige Bürgeramt" verwiesen.

In Berlin gibt es dafür die Zentralnummer "115". Und das Angebot des durchaus kooperativen Mitarbeiters lautet, dass man sich um einen Termin beim nächstgelegenen Bürgeramt bemühen solle.

Auf Vorschlag des Mitarbeiters wird schliesslich der 19. Dezember um 9:40 Uhr vorgeschlagen. Die Nummer, unter der dann vor Ort aufgerufen wird, lautet: 418 245. Eine schriftlichen Bestätigung dieses Termins per Mail sei (leider) nicht (mehr) möglich.

Und jetzt: Was tun?

Nach dem Neustart des gesamten Systems wird in dem zweiten Versuch die bisherige in Verwendung befindliche 6stellige PIN-Nummer eingegeben. Und - siehe da - das System fragt noch einer neuen PIN-Nummer. Auch diese wird eingegeben. Und danach geschieht... gar nichts. Daraufhin wird diese Numer aus einem intuitiven Impuls heraus nochmals eingegeben. Und jetzt... poppt auf dem Screen diese Mitteilung auf: "Änderung der PIN erfolgreich" [2]

Wer aber glaubt, dass damit nun das eigentliche Ziel erreicht sei, sich mit seiner AusweisApp2 im Elster-Portal anmelden zu können, hat sich getäucht.

Hier ein weiterer Screenshot, der bei dem ersten Versuch, dieses zu tun, entstand:
© all rights reserved

Schliesslich konnte auch dieses Problem gelöst und letztendlich der Zugriff auf diese Seite erreicht werden. Aber auch das war erst möglich - ohne jetzt noch mit weiteren Details zu langweilen - nach einer Reihe von weiteren Versuchen des Typs
"trial’n error".

Hier zu guter Letzt der letzte Screenshot, bevor der Bericht an dieser Stelle abgebrochen wird.

KOMMENTAR: Wie schön wäre es gewesen, dieses Anwenderprotokoll hätte (so) nicht geschrieben werden müssen. Aber wir haben ja demnächst den nächsten Digitalgipfel, in dem es um die künstliche Intelligenz gehen wird. Hier und heute soll dagegen nur - einmal mehr - darauf aufmerksam gemacht werden, dass Anwendungsbeispiele wie diese erkennbar machen, warum die Absichten zum Umsetzung von Digitalstrategien im bürgernahen Umfeld nach wie vor nicht den gesetzten Zielen entsprechen können.

Wenn an dieser Stelle auch so ein ganz konkreter state-of-the-art - Report hilfreich sein könnte: Gerne!

WS.

Anmerkungen

[1Und jetzt schon nach gut einem Jahr nicht mehr updatefähig sei? Da staunt der Laie und der Fachmann wurdert sich. WS.

[2Und das, obgleich die "neue" jetzt eingetragene PIN-Nummer mit der "alten" identisch war (sic!).


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