Tel Aviv, Tag 3

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 11. Oktober 2018 um 01 Uhr 10 Minuten

 

Dieser Vormittag beginnt mit einer einer News-Show vergleichbaren Veranstaltung, die es wahrlich wert gewesen wäre, aufgezeichnet und sogleich gesendet zu werden. Da dies, wie zuvor beschrieben, nicht möglich ist, wird ersatzweise versucht, einige dieser Positionen online on direct zu skizzieren, auch wenn das mit einer Reihe von Schreibfehlern und unvollständigen Sätzen einhergehen mag.

09:00 Uhr bis 11:00 Uhr Panelgespräch zum Thema: „Aktuelle Herausforderungen der israelischen Außen- und Sicherheitspolitik“ (H):

• Dr. Oded Eran*, Senior-Forschungsbeauftragter am INSS (Institute for National Security Studies)

Ist das heute eine stabile Situation? Schon morgen könnten wir im Krieg mit dem Iran sein, oder mit der Hisbollah, oder mit einer neuen Intifada konfrontiert werden - "unintentionally".
"In unserem Institut haben wir den Vertrag mit dem Iran nicht für unbedingt gut befunden, aber für besser als gar nichts."
"Trump is an asset - but a serious problem."
"We are vaisting our time with the Palestinians".
"We need some sort of a different approach towards Syria."

Das, was uns am meisten beschäftigen sollte, sind die weiter zunehmenden Anschläge auf die Demokratie: in Israel genau so wie in Deutschland.
"Certain events are unpredictable... all what I learned in my oriental studies was not valid for my work during my negociations."
"Fundalism is the most long-term-danger."
Die hohe Anzahl der unbeschäftigten Jugendlichen - in Egypt wie in Gaza - wird zu einer deutlichen Instabilität führen. Auch wenn die Beziehungen zu all den Nachbarstaaten derzeit gut zu sein scheinen.
Jeden Tag sei er erstaunt darüber, dass Gaza nicht schon längst explodiert sei. Das werde spätestens im nächsten Jahr der Fall sein, wenn es dort kein Trinkwasser mehr geben wird.
Was tun: Ja, die Gesellschaften trennen, aber Gaza öffnen für Investitionen und den Austausch von Arbeitskräften. Trotz Hamas.
"Denn selbst mit den F 35 - Flugzeugen sind wir nicht in der Lage, die Ballons zu zerstören, die gegen Israel geflogen werden."

"Die Frage ist nicht, wie viele Einwanderer es in ein Land gibt, Deutschland wie Israel, sondern wie viele von diesen in welcher Zeit Teil dieser Gesellschaft werden."

Eine Zwei-Staaten-Lösung? Die grossen Problemfelder von heute können nicht morgen gelöst werden, aber so wie jetzt kann es auch nicht weitergehen. Also: Die "Area C" in Plästina kann von 60% auf 30% reduziert werden. Und: Auch in und für Gaza kann es Verbesserungen geben.

"I’m probably the last pro-european here in this country."
Ja, Europa wird sich von der aktuellen Schwäche erholen, und die israelische Regierung wird sich in Zukunft darauf einstellen müssen.

Ja, die Iraner wollen die Atombombe. Trotz des Abkommens, das irgendwann auslaufen wird. Und wenn es die Bombe nicht gibt, wird es ballistische Raketen geben, die vergleichbaren Schaden anrichten könn(t)en.

Wichtig wäre eine direkte Hotline zwischen dem Iran und Israel, die es derzeit nicht gibt, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, die schon mehr als einmal zu einem neuen Krieg geführt haben.

• Prof. Jonathan Rynhold *, Argov Center, Bar Ilan University

"I’m an optimist, yesterday is better than tomorrow".
Macht es wirklich Sinn, die beiden grossen Konfliktgruppen nach so langer Zeit noch zusammenbringen zu wollen, oder sollte man ihnen lieber die Möglichkeit geben, Seite an Seite weiter zuleben, "partition" ist das Stichwort.

2006, nach der zweiten Intifada und dem letzten Krieg, gibt es einen deutlichen Meinungswandel vor allem bei den bis dahin unentschiedenen Bürgern.

Dennoch spielt die Zeit gegen Israel, wenn alles so weitergeht wie bisher, mit den Siedlern und und und... werden die Spannungen weiter zunehmen.

Es gibt einen Unterschied zwischen der instabilen Lage in der Region insgesamt - Syrien, Iran, Libanon, etc. - und deren Folgen, die Auswirkungen haben kann auf die eigene Situation.

Da Obama sich nicht gegen Syrien positioniert hat, wurde der Freiraum von anderen Kräften gefüllt.

Das Problem bei der Idee, Gasa zu stabilisieren, ist die Tatsache, dass man damit mit den Palästinensern in einen noch grösseren Konflikt gerät.

Wir können nur zwischen zwei schlechten Lösungen unterscheiden. Die grosse strategische Lösung ist nicht in unserer nationalen Hand.

Es kann und wird keine Ein-Staat-Lösung geben. Und in dieser Einsicht sind viele Verantwortlichn in der Regierung schon viel weiter, als es aussen ankommt.

Moderation: Dana Weiss*, Fernsehjournalistin Channel 2 News

Als "chief political analyst of the station"

Sie macht in der Einleitung deutlich, dass es im letzten Jahrzehnt noch nie eine so - relativ - stabile Zeit gegeben habe: Mit einem MP seit fast 10 Jahren, mit einer Regierung, die seit fast 5 Jahren stabil sei, mit einer stabilen Wirtschaft, die sich selbst von den Ereignissen des ökonomischen Zusammenbruchs im Jahr 2008 kaum hat beeindrucken lassen.

Auch die Beziehungen zu den Nachbarstaaten seien - insgesamt - so stabil wie selten zuvor.

Auf der offiziellen Regierungs-Agenda steht die Zwei-Staaten-Lösung nicht. Die Doktrin laute vielmehr: "We are strong, we’ll stay in place, ’they’ will understand and trade with us under the radar."

Bis 2016 gab es in den USA grundsätzlich eine Welle der Sympathie für Israel. Aber das hat sich deutlich verändert: Demokraten und Republikaner sind sich nur noch in zwei Punkten uneinig, wenn es um das Thema "Israel" geht.

Nun aber hat sich auch der Ministerpräsident von Israel auf die Seite der Republikaner platziert. Und sich damit politisch positioniert und nicht länger nur strategisch. Und damit gib es erstmals eine Opposition gegen Israel in diesem Land.

"Die Europäer können sich vielleicht darauf einigen, etwas gemeinsam zu sagen, aber nicht, etwas gemeinsam zu tun!"

Es ist etwas anderes, wenn ich mit den Mitgliedern des Kabinetts (am Telefon) spreche oder wenn ich ihnen das Mikrofon vorhalte.

Es gibt hier eine Reihe von NGO’s, die aus der EU finanziert werden, aber hier ganz andere Dinge tun als das, was in der europäischen Agenda festgeschrieben wurde.

2016 hat die Arabische Union in Paris akzeptiert, dass Israel als jüdischer Staat anerkannt wird.

Jeder will und wird eine Meinung haben. Und die Civil Society hat damit jeden Tag zu tun. Sie hat mehr und mehr Einfluss auf die politische Lage. Aber auch die Soldaten auf der Strasse bedeuten für uns "protection"! Das Militär ist in Fragen der Anwendung von Gewalt viel zurückhaltender als die (aktuelle) Politik. "Es gab eine Situation, dass wir fast den Iran angegriffen hätten, wenn die IDF nicht interveniert wäre" (sic!).

Zwischen dem Ende dieser Veranstaltung und der Abfahrt zum nächsten Ziel waren nur wenige Minuten Zeit. Also wurde ein umso dichteres und auf zwei Kernfragen zur journalistischen Arbeit komprimiertes Interview geführt - hören Sie selbst:

[wird a.s.a.p. an dieser Stelle eingefügt werden]

Da die Tondokumente für die Dokumentation des Nachmittags noch aufbereitet werden müssen, hier diese (Panorama-) Fotos vorab:

Exkursion in die Region Eschkol und zum Kibbuz Magen
11:15 Uhr Abfahrt

12:30 Uhr bis 13:15 Uhr Begrüßung und Einführung in die Sicherheitslage der Region Eschkol und das Thema Kibbuz: Danny Wieler, Bewohner des Kibbuz Magen


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13:15 Uhr bis 14:00 Uhr Mittagessen im Speisesaal des Kibbuz (bpb)


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14:00 Uhr bis 15:00 Uhr Rundgang durch den Kibbuz in zwei Gruppen mit Danny Wieler und [...]


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15:00 Uhr bis 16:00 Uhr Gespräch mit jungen Bewohnern/-innen des Kibbuz

16:00 Uhr Abfahrt nach Tel Aviv

JPEGv19:00 Uhr Abendessen (H)


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