Besser Online?!

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 5. Oktober 2018 um 00 Uhr 55 Minuten

 

0.

"Journalismus 2018 - raus aus dem Jammertal!" - das ist der Titel die diesjährigen Begegnung. Und vielleicht auch ein Motto? Wir werden hören - und sehen.

Es fällt schwer, über diesen Tag einen wie auch immer gearteten klassischen Bericht zu schreiben. Denn sollte eigentlich nicht mehr notwendig sein davon zu sprechen, dass es wichtig sei, in der journalistischen Arbeit die Meinung von der Information zu trennen. Es könnte allenfalls noch darüber berichtet werden, wie dieses Dogma in seiner Bedeutung und seinen Auswirkungen von den SprecherInnen und im Publikum angenommen wird.

Stattdessen wird wie folgt vorgegangen: Das Programmangebot wird in seiner ganzen Breite gemäss dem Wortlaut des Veranstalters vorgestellt.

1.

Hier als PDF das Programm des heutigen Tages:

2.

Einige dieser Programmpunkte werden durch einige Beteiligung genauer ausgelotet und der eine oder andere dabei geäusserte Satz wird notiert. In einigen Fällen auch in direkter Rede.

ERÖFFNUNG

- Michael Geffken, Direktor und GF der Leipzig School of Media.

Die aktuell grösste Herausforderung ist der Übergang vom Analogen ins Digitalen.
Er berichtet von dem Versuch, die erste B&V - Webseite des Verlages Mitte der 90er Jahre einzurichten. Das sei Schnee von gestern. Aber die mentalen Herausforderungen sind geblieben.
Als Tochter der Sparkasse in Leipzig eine Weiter-Bildungs-Einrichtung. Und auch ihr steht die Herausforderung der Digitalisierung auch in der eigenen Lehre bevor.
Wir müssen heute das Verhalten der Nutzer vollständig neu denken.

- Ute Korith, Bundesfachausschuss DJV-Online-Vorsitzende

"Wir haben das heute des erste Mal ohne Agentur umgesetzt. Und wir sind mit der 14. Veranstaltung zum ersten Mal in Ostdeutschland." Mit dem Titel soll(t)en die neuen Möglichkeiten und Techniken angesprochen werden. Aber jetzt macht die aktuelle Entwicklung Angst.

- L. Lorenz-Meyer, Medien-Campus Dieburg

Raus aus der Komfortzone!

Journalismus kann online besser sein (oder könnte... wenn nicht nach wie vor so viele Steine auf diesem neuen Weg liegen würden). Das sagt auch Kalle Ruch, einer der ersten TAZler. Das zeigt die ARD-Mediathek-App, die klassischen Rundfunkanbieter müssen sich von der Dominanz der klassischen Angebote verabschieden.

Wir sind als Onliner "die höchste Entwicklungsstufe". Begriffe wie "Presseähnlich" oder "Rundfunkähnlich" sind irreführend und veraltet.

Wir dürfen nicht länger her vom Produkt denken. Nicht länger nur einhegende Massnahmen propagieren.

Es gibt im Internet keine Produktgrenzen mehr, die Idee vom Leistungsschutzrecht ist irrsinnig.

Was ist heute so gefährlich wie die Spanische Grippe nach dem ersten Weltkrieg? Unsere Emotionalisierung, Erstarrung, Resignation.

Aber wie kann "Journalismus auf Augenhöhe" funktionieren? Passt das eigentlich noch? Aus diesem selbstverständlichen Ziel ist ein Problem geworden. Stichwort: "postmoderne Beliebigkeit". Seit Brexit und Trump, den in China bezahlen Trollen und der Talkshow-Inflation kann das nicht mehr der Slogan sein. Die "timeline" macht - anscheinend - alles gleich.

Wo bleiben die für die journalistische Arbeit wichtige Professionalität, Teamwork, Qualitätsstandards, Transparenz und die Orientierung am Gemeinwohl?

Es gibt neue Ansätze von Fakt-Checking über neue Zeit-Online-Formate bis zum Führen von guten Interviews.

Also: die journalistische Haltung schärfen, bei der Arbeit den Lösungsraum mitdenken, sich von dem verlegerischen Denken befreien. Stattdessen: die Wahrheit an das Licht der Öffentlichkeit bringen.

Wird Qualitätsjournalismus zu einem Luxusgut? Immer mehr "Zirkus statt Townhall". Und dann? Aus unserer Sicht wichtige Themen den relevanten Publika näherbringen. Kohärenz und Anschlussfähigkeit stiften." Aggregation von hochwertigen Beiträgen. Und, mehr denn je, Verlinkung und den Dialog untereinander.

Journalismus nicht nicht nur unbequem werden, sondern auch unbequem für uns.

"Wir sind in so einem Trott... auch das ist eine begrenzte kleine Komfortzone... und über die wir heraus müssen... sich nicht auf das verlassen, was einem zugespielt wird."

NEW WORK

Angenehm: Schon vor dem Start wird aus der klassischen "parlamentarischen" Bestuhlung ein Stuhlkreis. Es gibt keine Mikros und so ist die Aufmerksamkeit aller Beteiligen noch umso mehr gefordert

- Kersten Riechers

quäntchen + glück: eine Agentur, die keine Agentur sein will. 2010 gegründet.
"New Work" ist ein deutsche Begriff, die Engländer und Amerikaner können damit nichts anfangen. Von den flexiblen Arbeitszeiten bis hin zur Urlaubsflatrate. Das Modell der "Soziokratie" führt bis hin zu der Abschaffung der befristeten Arbeitsverträge. "Wir sind dadurch sehr viel effizienter". Und wir sind am Montag für alle Kunden(!) unerreichbar, damit sich alle untereinander treffen können. Und es gibt das Quartett mit 32 Formaten. Das Verdienstlevel steht im Zusammenhang mit einer Zielvereinbarung. Dieser Prozess bedarf fast zwei Jahre. Und heute wissen wir: ein faires Gehalt ist subjektiv. Ausser den Praktikanten haben alle das gleiche Gehalt. Es gibt für das "Qualektiv" ein eigenes Manifest.

- Brigitte Schröder

digital media women: "Machen statt schnacken." Vor 8 Jahren durch einen tweet entstanden. Heute 150 Frauen die sich für 120tausend Menschen engagieren. Und heute weiss keine(r) mehr, wie alles funktioniert. "Bei uns verdient man nichts..." Wir fragen uns immer wieder: Was macht Sinn? Und leben eine neue Form von Selbstorganisation.

- Eva Wagner

Sitzt in der Mitte, moderiert und stellt am Schluss fest: Wir kennen jetzt die Fragen, aber wir haben keine Antworten gefunden.

- Martin Talmeier

hpi-design-thinking-berater: "aus Fehlern wird man klug", "probieren statt studieren". Wir verändern das sichtbare Umfeld der Arbeit verändern. Kein Tisch, kein Stuhl, ... man denkt nicht nach, man macht. Wir entwickeln ein "nutzerzentriertes Mindset". Es gibt keine Patentantworten. Es gibt erste Thesen. Auf die Frage, was die Medienhäuser tun müssen, gibt es keine solche Antworten. Und die FAZ-Online? Was bedeutet Kanibalisierung? Wir haben es nicht geschafft in einem Jahr eine Lösung zu finden, die allen hätte gefallen können.

- Klaus Motoki Tonn

Berät die Kirche(n) und will dann die Bundeswehr anpacken und dann die Medien... die Kreativität als Lösungsansatz? Es geht um Werte und Haltungen. Die evangelische Kirche redet jetzt auch zum Thema Digitalisierung (im November). Der (oder die) CDO (allein) wird das Problem nicht lösen Silos? Wegreissen oder als Sicherheitsanker belassen?

— - die meisten Unternehmen machen das, was sie machen, nach und nach besser. Das ist eine inkrementellen Entwicklung
— nicht nur ein update, sondern ein upgrade der Medienunternehmen
— die Werkzeuge der Strategizer sind nur Werte, und sie fragen, wie sich die Menschen verhalten
— jedes grosse Unternehmen hat jetzt ein Lab. Und die Punkte der Veränderung sind: "Küche, Klo, Kantine".
— wir glauben nicht, dass der Berg abgearbeitet werden kann, wir arbeiten mit Kristallisationspunkten, brechen und biegen geht nicht
— ein Lab kann nicht wirtschaftlich funktionieren das Hauen und Stechen um die Frage, wer das dann leitet, ist schon das Ende des Labs...
— in die IHK’s zu gehen, das ist kein schöner Job, aber auch dort müssen wir rein
— Design Thinking ist ein Buzzword... man kann sich dumm und dämlich verdienen... und dann ist das am Ende des Kurz-Kurses schon wieder vorbei
— was machen wir? wie machen wir das? warum machen wir das? Und das, das ist die Kernfrage.
— aber die Frage nach der Unternehmenskultur an sich holt keine Maus hinter dem Ofen hervor
— die Suche nach Personal ist entscheidend, Stellenausschreibungen auf snapchat?
— Thema von Bedeutung. Facebook war missionsaufgeladener als die Kirche und der Schock ist ihnen heute noch anzusehen
— IT-Entwickler haben keine Lust auf Design Thinking...
— "New Work" ist unser Buffet. Es gibt Menschen, die in der alten Welt gut zurecht gekommen sind, aber die Nichts dafür sind.
— Die Revolution wird immer nur von einer kleinen Zahl von Leuten gestartet. Und dann gibt es die 15% Verweigerer. Und wer sind die Leute dazwischen? Und wie werden sie sich entscheiden?
— mit neuen Entwicklungen entwickeln wird auch irgendwann auch neue Rituale
— Komfortzone? Die FAZ war ein geniales Logistikunternehmen? Und was wird die Zukunft sein?

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ + VISUELLE REALITÄT = ZUKUNFTSJOURNAIMUS

- Simone Fasse, verbia
KI ist ein Oberbegriff, in dem verschiedene Levels angesiedelt sind. Ein gut trainiertes neuronales Netz hat noch nichts zu tun dem "Terminator" der Zukunft. Zur Zeit wird eine Zielvorgabe umgesetzt, die aber nach wie vor von Menschen vorgegeben sind.
Auch im Journalismus wird KI heute schon angewandt, zum Beispiel um aus strukturierten Daten Texte zu machen.

- Christian Arentz, Kognifit
Anstatt eines objektiven Berichtes kann man Texte machen für jeweils ganz spezifische Zielgruppen

- Susanne Dickel, IntoVR
Heute ist das Thema auch für die normalen Nutzer erfahrbar. Durch Nutzung von Siri & Co. Aber in Zukunft lernt man durch KI, wie gut es ist, etwas selber zu können, besser zu sein als die Technik

— nicht jeder muss eine Edelfeder sein oder ein Seite-Drei-Schreiber sein
— einfach mal machen, das ist eine gute Möglichkeit, neu dazulernen zu können
— ich finde es immer gut, wenn der Hype abflaut, dann kann man anfangen zu arbeiten
— die Brillen liegen inzwischen zuhause, aber die Leute nutzen sie dennoch nicht
— ohne Brille geht es schon heute mit Augmented Reality, das Walking wird das neue Scralling sein
— Wissensvermittlung wird DAS VR-Thema der Zukunft sein
— ein Algorithmus hat immer noch am ehesten die Chance, vollkommen neutral und objektiv zu sein.

3.

Zwei der Gespräche mit den TeilnehmerInnen werden auch in Form eines Interviews geführt und an dieser Stelle öffentlich wiedergegeben (in beiden Fällen Dank für die Offenheit und das Vertrauen). Und in einem letzten Punkt werden nochmals die eigene Eindrücke kursorisch kommentierend zusammengefasst.

[Eintrag folgt]

4.

Kursorisch kommentierende Zusammenfassung,
Zunächst nochmals der Hinweis, dass an dieser Stelle nicht abschliessend über die ganze Veranstaltung Auskunft gegeben werden kann. Vielmehr sind die hier geschilderten Eindrücke kursorisch und nicht repräsentativ. Ausgesucht wurden von diesen jene, die sich über den Moment hin eingeprägt haben und daher hier zur Sprache kommen.
Sowohl der Beginn als auch das Ende der Veranstaltung wurden mit jeweils einem Vortrag bestritten.
In beiden Fällen wurde von Aussen auf die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten geschaut. Und in beiden Fällen waren die Aussagen alles andere als ermutigend. Sie lauten, überspitzt auf den Punkt gebracht: Die Zeit der klassischen Aufgaben- und -Rollenverteilung sei vorbei. Ihr seid heute keine gate-keeper mehr. Für das, wofür ihr Euch besonders auszuzeichnen gelernt habt, gibt es heute keinen cordon sanitaire mehr, keinen Sicherheitsgürtel, der gewährleistet, dass die qualitätsbewusste Arbeit auch weiterhin ihr Publikum findet, gewertschätzt und auch entsprechend honoriert wird.
Die Berichte gerade aus den klassischen Zeitungsredaktionen sind eindeutig. All das, was in einem der Workshops in der „New Work“ – Gruppe an Modellen einer neuen Zusammenarbeit aufgezeigt wurde, ist immer noch meilenweit entfernt von der alltäglichen Praxis vor Ort. Die allseits als Richtschnur für die zukünftige Arbeit ausgegebene Thesen, dass „die Zeitung“ – als „Zeitung“? - nur Online überleben werde, wird nach wie vor eher gelitten, denn als Herausforderung angenommen.
In beiden Vorträgen wird uns der Spiegel einer Entwicklung vorgehalten, die auf der nunmehr 14. Konferenz dieser Art zum Thema gemacht wird. Nota: Die Analysen, so zutreffend wie bitter auch sein mögen, entbehren jedweder Ermutigung. Im Gegenteil, sie sind in den prognostizierten Folgewirkungen gespickt von Aufforderungen, sich diesen Entwicklungen mit eben jener Radikalität zu widersetzen, die von den Gegnern der Meinungsfreiheit mit grosser Dynamik in Szene gesetzt wird.
Die Online-Publikation der eigenen Arbeit: ist nicht mehr nur die Fortsetzung des bisherigen Tun mit anderen Mitteln, diese Online-Welt ist ein Minenfeld in dem der Journalismus als die „vierte Gewalt“ nicht mehr unhinterfragt die gleiche Durchsetzungskraft wie bisher für sich in Anspruch nehmen kann.
Die unter der Obhut der Siegermächte nach und nach in Deutschland wieder aufgebauten Presse-Kommunikations- und Distributionsstrukturen haben lange – zu lange? – den Verlegern goldene Jahrzehnte beschert. Und wer in dieser Rolle heute noch überleben will, ist gezwungen, den wirtschaftlichen Erfolg in der Onlinewelt irgendwie mit etwas zu verlängern, das inzwischen gerne als der „Content“-Sektor bezeichnet wird. Ja: Die klammheimliche Verwandlung des Inhalte- durch den „Content“-Begriff signalisiert exemplarisch die zunehmenden Loslösung der einst an ihre Trägermedien gebundenen Inhalte. Und das gilt nicht nur für die Zeitungen, sondern ebenso für den ganzen Rundfunk-Sektor, der heute gerne mit dem „Broadcast“-Begriff überschrieben wird und der damit vergleichbare Entwicklungen aufweist.
Diese Entwicklungen sind damit sogleich im doppelten Sinne ausser Rand und Band geraten: „Content“ und „Braodacast“ werden zunehmend heimatlos - und von neuen Distributionsinstanzen übernommen, von diesen nach und nach nicht nur weitergeleitet, sondern auch umgeleitet. Und von den neuen Distributoren auch zunehmend selbst produziert. Damit verlieren viele der Produzenten ihre angestammten Arbeitsplätze und die an diese Orte gebundenen Aufgaben. Der Laptop hat die Schreibmaschine ersetzt, und die Audio- und Videoproduktion verlagert sich immer mehr bis in die mobilen Smartphone-Units hinein.
All diese technischen Veränderungen – die ja in vielen Fällen auch zur Folge haben, dass zu geringeren Kosten hochwertiges Material erstellt werden kann, was ja eigentlich eine durchaus positive Entwicklung signalisiert – gehen zusammen mit den Ablösungen der damit produzierten Inhalte von deren materiellen Trägern. Ob und wann es wirklich vorbei sein wird mit der gedruckten Zeitung mag noch dahin gestellt bleiben. Aber schon heute ist es eine in ihrer Bedeutung immer noch nicht wirklich begriffene Binsenweisheit, dass viele der vor kurzem den Alltag noch bestimmenden Trägermedien – vom Tonband bis zur Videocassette, von der CD bis zur CD-Rom – heute schon vollkommen obsolet sind. Und nur noch in Form von Retro-Icons an eine inzwischen längst vergangene Welt erinnern.
Was dazu führt, dass wir in unserem Alltag immer mehr an jeden noch verbliebenen Trägermedien festhalten, an denen man sich zurzeit noch festhalten kann. Aber wie lange noch? Gerade in diesen Tagen trifft die Nachricht ein, dass selbst so ein Qualitäts-TV-Anbieter wie „3-sat“ in Zukunft auf die weitere Herausgabe (s)eines Programm-Magazins in gedruckter Form verzichten wird. Und denjenigen, die darüber trauern, wird als kompensatorisches Versprechen entgegengehalten, dass es alsbald nun endlich soweit sei, dass das gesamte Programmangebot der ARD-Anstalten in einer einzigen Mediathek angeboten werde.
Die Themenstellung dieses 14. Konferenzjahres, dem Jammertal zu entfliehen, wurde alsbald überschrieben von der Aufforderung, sich aus der Komfortzone herauszubewegen. Und zu Recht kam am Ende des ersten Vortrags die klare An-Frage aus dem Publikum, was denn damit nun wirklich gemeint sein könne. Denn: Wer aus der Welt der Aus- und Weiterbildung von journalistischen Kompetenzen könne heute überhaupt noch von einer solchen Art des „Komforts“ sprechen?
Um überhaupt ansatzweise auf diesen letztendlich offen gebliebenen Konflikt zu reagieren, wurde im Verlauf dieses Tages zumindest in zwei Interviews mit Menschen geredet, die in diesem Aus- und Fortbildungsprozess viel Erfahrung gesammelt haben. Abstand genommen dagegen wurde von Gesprächen mit jenen Menschen, von denen auf der Bühne Sätze zu hören waren wie, dass es sich bei den Organisationen, auf die sie sich beziehen, um „ihre“ Organisationen handelt, um „meinem Fachausschuss“, um „meine Agentin“ und dergleichen mehr. Der Schlussredner setzte dem Ganzen die Krone auf, als er damit begann, sich für all die aufgetretenen ungeplanten Veränderungen damit zu entschuldigen, dass er sagte, dass ihm als Sprecher alles recht sei, so langer er nur „sein Honorar“ erhalten würde. Mag sein, dass Viele im Saal solche kleinen Satzteile schlicht und einfach überhört haben [1].
Vielleicht ist das ja so, weil mit der zunehmenden Virtualisierung der Realitätsbezüge und Trägermedien ersatzweise andere Einheiten und Strukturen gesucht und vereinnahmt werden, um angesichts dieser fortschreitenden Entwicklungen neu Identitäten zu definieren und wieder vorführbereit zu halten.
Online kommt. Aber verdienen kann man damit immer noch nicht genug, um damit die sich inzwischen einstellenden Verluste zu kompensieren. Ein Binse. Ja, aber es scheint, dass man eher bereit ist, sich daran zu gewöhnen, als ihr mit einer neuen digitalen Praxis zu widersprechen…
Darüber zu sprechen ist not-wendiger denn je, auch nach 14 Jahren, in denen dieses Thema immer wieder zur Sprache gebracht wird. Aber was gefehlt hat sind, mehr denn je, Zeichen und Zeugnisse der Ermutigung.

WS.

Anmerkungen

[1Und doch ist es mehr denn je die Anhäufung solcher besitzanzeigender Fürwörter, mit denen sich die zweifelhafte Qualifikation der RednerInnen „auszeichnete“


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