Zukunfts-Szenarien bei HPI & MS

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 25. April 2018 um 10 Uhr 41 Minutenzum Post-Scriptum

 

Anbei ein Programmüberblick über die Potsdamer Konferenz zur Zukunft der Arbeit im Hasso Plattner Institut für Digital Engineering an der Universität Potsdam in der Prof.-Dr.-Helmert-Str. 2-3 in 14482 Potsdam als PDF, Stand 4. April 2018:

PDF - 204.2 kB
Innovation for Jobs

Anbei ein Überblick über den Verlauf und die Rednerliste der Microsoft-"Explained" Digitalkonferenz vom Stand 6. April 2018

12:30 - 13:00

Einlass und Mittagessen

13:00 - 13:30

Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung, Microsoft Deutschland

Keynote

13:30 - 13:45

Andreas Schierenbeck, CEO, thyssenkrupp Elevator

Wie man eine ganze Branche transformiert – das Geheimnis erfolgreicher Digitalisierung

13:45 - 14:00

Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani, Organisationsforscher, Universität Basel

Jenseits der Arbeit: Plattformökonomie, Roboterfabriken, Bullshit-Jobs und wie es weitergeht

Sollten Plattformen in Zukunft nicht geregelt werden wie heute der öffentlich-rechtliche Rundfunk? Chinesen, die billiger sind, als ein chinesischer Wanderarbeiter, werden auch diesen ersetzen. Und diese werden genauso Beziehungen entwickeln, wie es zuvor schon die Menschen getan haben.

Er empfiehlt Karl Marx und sein Textfragment über die Maschinenintelligenz. Und Keynes, als er 1930 aufschreibt, wie in 100 Jahren die Welt aussieht.

...und er überzieht unendlich, prahlt mit seinem Ego in dem er ständig zu seinen eigenen Aussagen einen Lacher aufsetzt und sagt: "das Problem ist nicht das Ziel, sondern der Weg dorthin".

14:00 - 14:15

Leila Oppermann, ignore gravity & Ada - Accelerate Female Entrepreneurship

Intrapreneurship: kann man Innovation organisieren?

"Ich bin leider Deutsche... " "Innovation fängt im Kopf an..." "Ständiger Wandel macht psychotisch und dem müssen wir etwas entgegensetzen..." Und dann kommt Werbung mit dem Verweis auf adidas, Mercedes und REWE.

15:00 - 15:20

Prof. Dr. Petra Grimm, Leiterin Institut für Digitale Ethik

Prometheus oder Hermes? Ethische Herausforderungen für die Digitalkultur

Nachhaltiges Datenwirtschaften... dieses Thema wird in den nächsten Jahren so stark werden, wie es einst die Betonung der Ökologie war. Dafür bedarf es der "Digitalen Emanzipation", einer Bildungsoffensive, einer Rechtsordnung, die die Privatheit schützt, und eines Berufsethos, der diesen neuen Herausforderungen entspricht. Und der "werte-basierter Technologien."

Es gibt an der Hochschule der Medien die 10 Gebote für Medienethik, samt einer Alltagsgeschichte für jedes dieser Gebote.

15:20 - 15:40

Tijen Onaran, Gründerin, Global Digital Women

Diversity matters: Wie Unternehmen von diversen Teams profitieren

Was ist die Verbindung zwischen "Diversity" und "Digitalisierung"? Sich auf Dinge einzulassen, von denen man keine Ahnung hat. Sich auf die grössere Diversität im Geschlechtermix einzulassen bedeutet, innovativer zu werden und: Mehr Umsatz. Über 30%...

These: Diversität ist toll... aber auch anstrengend. Es führt uns an die eigenen Grenzen.

These: je mehr Digitalisierung, desto mehr Bedarf nach dem Analogen.

These: wir müssen international denken lernen, schneller und effektiver werden.

These: offen mit dem Thema "Scheitern" umgehen zu lernen.

These: Man muss lernen, komplizierte Themen durch Corporate Influencer auf den Punkt zu bringen, einfach und verständlich zu machen.

16:10 - 16:30

Dirk von Gehlen, Autor und Journalist, Süddeutsche Zeitung

Das Pragmatismusprinzip – 10 Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen

Sein Thema ist die "Überforderungs-bewältigungs-kompetenz" eines "Shruggies".
Karl Popper ("Wahrheit ist ein Verb") und William James ("Aus Fehlern lernen") werden als Quellen zitiert, um eine Aussage zu finden zum Thema "Ambiguitäts-Toleranz".

These: "Bildung ist die Idee, eine andere Perspektive einzunehmen."

15:40 - 16:10 [1]

16:30 - 16:45

Philippe Lorenz, Projektmanager, Stiftung Neue Verantwortung

Digitalisierung im deutschen Arbeitsmarkt

Interessant: Gerade jüngere Leute sind von der Automatisierung eher gefährdet als ältere. | Ab 1973 entkoppelt sich die Lohnentwicklung von der Produktivitätsentwicklung. | Der Industrieanteil am BIP beträgt in Deutschland immer noch über 30%, aber die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor geht immer mehr zurück. |

16:45 - 17:00

Yasemin Ege Tulay, Vice President Marketing, Coya AG

Generation Y und Organisations-Management im 21. Jahrhundert

50% des Workflows wird von den Millenials betrieben werden.

70% der Arbeitnehmer sind emotional nicht oder nur wenig gebunden.

4x mehr profitabel sind Unternehmen mit engagierten MitarbeiterInnen.

Der Deal: Arbeitszeit gegen Lohn funktioniert nicht mehr...

... stattdessen stehen die "Wir"-Werte im Vordergrund, die flachen Hierarchien, ...

Der "Spot-Lead" ist nicht mehr der Boss, sondern hilft dem Team zum Erfolg.

17:00 - 17:15

Dr. Johannes Wechsler, CIO, ProSiebenSat.1 Media SE

Die Innovationskultur eines Medienunternehmens

"Wir sind ja auch kein ganz junges Unternehmen... und ich fühle mich schon fast als Dionosaurier." Er beschreibt die drei Säulen des Hauses. "Das Kernprodukt TV funktioniert immer noch sehr gut". Aber heute hat 80% des Internettraffics: das Video.

In Zeiten der Digitalisierung ist Kreativität nicht das Einzige, was man braucht. Heute sind 1/3 aller Stellen die der IT- und Daten-Technik. Und es gibt neue Methoden für die Arbeit im Digitalen: zum Beispiel die "Mysterie-Lunches". Und es gibt heute den Zwang zur Sicht nach draussen. Mehr als die Hälfte der Aufsichtsräte kommen aus dem Ausland. Und es gibt eine hohe Risiko-Orientierung beim Auf-Bau neuer Plattformen. Und die Suche nach neuen Möglichkeiten, Werbung zu platzieren. Als kontextuelle Werbung mit durchsuchbaren Videos, aber auch als Bühnenshow, mit "add-oriented-veritcals": das sind zum Beispiel die Maxdome-Filme auf dem Portal der Deutschen Bahn.

"Wir brauchen nach wie vor Grundsatzentscheidungen um die Richtung festzulegen."

17:15 - 17:30

Thomas Bachem, Managing Director, CODE University of Applied Science

Rethinking Tech Education

Hat sich mit 12 selbst das Programmieren beigebracht "... und bin ein typisches Start-up-Kind".

Die Prinzipien einer neuen Form des Lernens:

Sehr praxisnah lernen mit einem konkreten Ziel vor Augen.

"Wir sind klein und fein". Mit den klassischen Studiengängen.

Aber wie wird die vielschichtige technologische Welt abgebildet? Softwareentwicklung wird leichter. Maschinen können heute den Menschen helfen. Daher müssen wir uns vor allem um die Menschen kümmern. Aber das Lernen lernen, das ist dennoch erst einmal gründlich zu erlernen. Und dafür brauchen wir etwas anderes als Frontalunterricht. Denn diese Lernform ist alles andere als produktiv. Und Theorievermittlung ohne Praxis ist auch nicht produktiv. Professoren sind Mentoren, helfen dabei, die Selbstlernkompetenz zu fördern. Und "wir haben uns gegen Noten entschieden."

17:30 - 17:45

Prof. Ulrich Weinberg, Director, HPI School of Design Thinking

Mit Design Thinking zur agilen Organisation

Noten machen nur Sinn in einem Brockhaus-System.
Die Doktorarbeit ist "The most vasted energy ever..."

SUMMARY

Es ist zunächst einmal beeindruckend zu sehen, zu erleben, dass es (so viele) Menschen gibt, die Zeit investieren, um an solchen Gesprächen wie den an diesem Tag geführten teilzunehmen. Die Idee, sich Gedanken über die Zukunft machen zu müssen, hat Zukunft.

Die Zeit, in der ex cathedra verkündet wurde, wie die Zukunft aussehen wird, ist vorbei. Aber die Formate, mit/in denen diese Diskussion geführt werden, haben nach wie vor etwas von dem morbiden Charme eines Veranstaltungsrituals, das so etwas ermöglicht.

Aber es gibt auch Lichtblicke: Etwa die Devotionalie, die zu Beginn eines jeden Vortrages von der Sprecherin/dem Sprecher vor dem Publikum - und der Kamera - aufgebaut wird: Und die uns zeigt, dass es etwas gibt, das wirklich DA ist, diesseits von all den vielen PowerPoint Bildern und Grafiken.