Wege (Werte?!) im Wandel (II)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 21. April 2018 um 14 Uhr 24 Minutenzum Post-Scriptum

 

Neue Wirklichkeiten und Aktionsräume

/ 9.15 Uhr /

Musikalischer Weckruf
von und mit Roland Satterwhite, Violine, George Donchev, Kontrabass, Tal Arditi, Gitarre

/ 9.30 Uhr /
„Sind Sie nicht und könnten wir zusammen…?“:
Blind-Dating

/ 10.15 – 11.45 Uhr /

LAB 1 /
Neue Wirklichkeit Europa
Kultur verbindet? Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Filip Florian, Autor, Rumänien/DAAD Künstleraustauschprogramm
Klaus Dörr, künstlerischer Direktor Schauspiel Stuttgart
Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission
Martin Pairet, Network Manager European Alternatives
Staatssekretärin Dr. Babette Winter, Staatssekretärin für Kultur und Europa in der Thüringer Staatskanzlei
Moderation: Alexandra Gruber, Kulturmanagerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der politischen Kommunikation

Klaus Dörr zitiert Heiner Müller: Heimat ist dort, wo die Rechnungen ankommen. Sagt meine Frau. Und Frau Gruber sagt. dass viele der Probleme nicht mehr national gelöst werden können. Und dass es notwendig sei, dem Populismus aktiv entgegenzutreten. Und Europa mehr als eine Sozialunion zu denken sei. Und dass Kultur und Kunst nicht das Gleiche seien.

/ 11.45 – 12.30 Uhr /

Mittagspause

Frau Richter berichtet über die "Neue Wirklichkeit Ostdeutschland". Es geht um die Fehler der Wiedervereinigung. Um die fehlende Anerkennung, um die mangelnde Sichtbarkeit, um die Ungleichheiten systemischer Natur, um die gefühlte Dominanz der Westler. Was fehlt, das sind die Geschichten, die erzählt werden können. Das Ablegen des wohlmeinenden Blickes der Westdeutschen und der anti...

Zum Thema... Frauen. Auf dem Panel war kein Mann. Und auch nur wenige von ihnen waren im Publikum. Die Haltung war sehr kämpferisch. Es werden Fortschritte festgestellt. Aber all das sei denn noch alles viel zu langsam. Die institutionell verankerte Quote ist Pflicht! Einige Probleme lassen sich auch für das "wegpensionieren" lösen.

Herr Stefan Behrman... über die Arbeitsbedingungen der Künstlerinnen und Künstler. Veränderungen durch atypische Beschäftigungsformen, durch die Digitalisierung, ...
Forderungen: Es braucht einen Systemwechsel, der auch im neuen Koaliationsvertrag nicht beschrieben wird. Welche Zukünfte gibt es für die "Solo-Selbständigen", die "künstlerisch unstet Beschäftigten"?

Dank an den Fotografen, Herrn Schicke.

/ 12.30 Uhr /

Abschlussdiskussion
Kulturpolitik als Welt(en)Wandler? Was wir dafür brauchen…
- Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, Hamburg
Wir brauchen für die Europa-Programme eine eigene Entwicklungsabteilung.
Aufarbeitung der Dekolonialisierung durch die hamburger Kaufleute... 1886
Die Linke war ja mal in der Lage, dialektisch zu denken.
Erinnerungskultur? Die Narrartive neu erzählen: 1918, 100 Jahre Frauenwahlrecht, 50 Jahre 68. Frei berichterstattende Presse.
In der letzten Verhandlungsschleife für die GroKo ist der Begriff der Quote auf Betreiben der CDU/CSU-Fraktion wieder herausgefallen.
- Lena Krause, Sprecherin Allianz der Freien Künste (AFK)
Politisches Engagement: Ja. Aber keine "Verzwecklichung".
Auch in dieser freien Szene gibt es Bedarf an Daten.
"in Polen macht man fast alles kaputt, was dort gebaut worden ist"
- Herr Habmit, hat im Irak Malerei studiert, jetzt Fotografie in Leipzig.
Das Thema der Freiheit kann hier ganz anders umgesetzt werden
- Bartosz Wielinski, Journalist, Polen
Europa, das sind nicht nur Wirtschaftsfragen. Wir brauchen viel mehr Engagement und Mut. Gerade jetzt. Und gerade für Künstler.
Moderation: Tanja Samrotzki, freie Journalistin

Ausblick
„Kulturpolitische Aufgaben: Wege in die Zukunft“
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, Hamburg

Keine Rede schreiben... sondern aus Aufzeichnungen lesen, die in den letzten zwei Tagen entstanden sind. Wir brauchen jetzt zunächst eine tiefergreifenden Analyse. Jürgen Habermas gelesen: "Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus" Wir sind auf der vierten - und letzten Ebene - der kulturellen Sinnkrise. Und wir dürfen die Kultur nicht mit Erwartungshaltungen belasten, die die Politik hätte lösen müssen. Es geht um die transkulturellen Vernetzungen der Welt. Wir denken aber noch "tief Deutsch" Noch im Welt-Bild eines Herders, so wie Welt in Ordnung ist, wenn sie in Ordnung ist. Wie eine KUGEL.

Wir können nicht selber formulieren, was wir erwarten. Aber wir müssen die Rahmen fixieren können, dass Andere Fragen stellen können. Es geht um die kontrafaktische Unterstellung der Kommunikationsfähigkeit.

Die Gesellschaft-der-Singularitäten-These gilt vor allem in der Zeit der Digitalisierung. Aber sie gilt nicht für alle der 88 Millionen in Deutschland. Und für diese Menschen gilt es neue Indentifikationsräume zu schaffen. Robert Frost: Heimat ist da, wo sie einen auch reinlassen, wenn man zurückkommt.

P.S.

Hier nochmals der e-Flyer mit der gesamten

PDF - 2 MB
Einladung

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