Banteay Chhmar-> Siem Reap/REP-> KOS

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonntag Letzte Bearbeitung: 19. November 2017 um 16 Uhr 11 Minutenzum Post-Scriptum

 

Nach einer abendlichen Männergesellchaft mit Kickboxen im Fernsehen, mit viel gutem Essen und noch viel mehr Bier [1] ist dennoch an diesem Morgen ein frühes Aufstehen angesagt - was, wie der Bericht vom Vortag zeigt, kein Problem bereitet, was das Gewecktwerden betrifft...

Der Weg heute führt vom Banteay Chhmar zurück zum Flughafen in Siem Reap. Abschiede vom Führer [2] und vom Fahrer, die beide ausserordentlich herzlich verliefen. Von dort geht es mit der Cambodian Angkor Airline - die jetzt stolz den internationalen Buchungs-Schlüssel K6 trägt: REP->KOS: K6 131L: 11:35–12:40 - nach Sihanoukville.

Schon während des Fluges - bis in 34tausend Fuss (?) [3] Höhe - gelang es nicht, nach der niedrigeren Kumulus- auch die darüber liegende Nimbus-Wolken-Schicht zu durchbrechen [4]. Und kurz nach der Ankunft im Hotel ging es dann auch schon los: Ein Wolkenbruch, wie zu den besten Regen-Zeit-Tagen.

Also wird die Zeit genutzt, um nach und nach alle noch ausstehenden Einträge vorzunehmen [5]. Und vorab, dem Thema der Hotel-Kritik einen weiteren Beitrag hinzuzustellen. Heute aber geht es nicht um die Regiefehler des einen oder anderen Hauses - siehe: article 6015 - , sondern um einen echten "Rohrkrepierer", was das Thema Service betrifft.

Es geht um das "OC Boutique Hotel", das sich auf der Webseite noch "Thaiyang Chhen Hotel" nennt [6].

Der junge Fahrer, der am Flughafen bereitstand, steckt sich sofort nach der Abfahrt kleine Kopfhörer in die Ohren und ist seitdem nur noch am Telefonieren. Kein Gruss zum Willkommen, nichts. Bei der Ankunft stellt sich dann heraus, dass dieser Mensch nicht nur keine Manieren hat, sondern auch kein Wort English versteht. Und, dass er über keinerlei Informationen darüber verfügt, wie die weiteren avisierten Reisepläne konkret auszugestalten sind.

Aber es kommt noch "besser". An der Rezeption stehen vier Mädels herum, die alles mögliche tun, ausser, um sich um die eintreffenden Gäste auch nur zu bemühen. Auf die Bitte, mehr als eine Key-Card auszustellen, wurde sogleich ein Supplement von 5 Dollar aufgerufen [7]. Eine Forderung, die - was die absolute Ausnahme ist - durch eine recht unwirsche Geste des Autors alsbald ausser Kraft gesetzt wurde.

Das Zimmer hatte nicht nur den Charme, dass es auf eine Baustelle schauen lässt, mit der offensichtlich eine Erweiterung des Hotels vorgenommen wird, sondern es konnte mit keiner der beiden ausgestellten Keycards betreten werden. Also zurück zur Rezeption und um eine erneute Aktivierung der Karte nachgesucht. Diese wird durchgeführt. Zurück auf die Etage mit dem einzigen zur Verfügung stehenden Aufzug (der Marke Schindler), aber auch bei diesem zweiten Versuch bleibz der Zugang zum Zimmer bleibt verschlossen.

Also erneut den Aufzug hinab zum Empfang. Nach einer Wartezeit von gut und gerne 10 Minuten - die chinesischen Gäste scheren sich nicht darum, wer schon wartet und machen offensichtlich gerne einen auf gate crasher - die Keycards nochmals vorgelegt. Nach weiteren Minuten eines mühevollen dialogue des sourds gelingt es schliesslich, eine der 4 Mädels dazu zu bewegen, mit auf die Etage zu kommen, um es selber zu versuchen.

Das Ergebnis war zu erwarten: Nach wie vor kein Zugang. Mehr noch, auch die hinzugerufene Angestellte mit einem Generalschlüssel vermochte es nicht, die Türe zu öffnen.

Also ein viertes Mal zurück an die Rezeption. Der schon zuvor vorgetragene Wunsch, ein anderes Zimmer bereitzustellen, muss nun doch erfüllt werden. Und ist nun möglich, nachdem zuvor erklärt worden war, dass das ganze Hotel ausgebucht sei und kein anderer Raum zur Verfügung stünde. Erneut mit dem Lift nach oben, dieses Mal in die vierte Etage. Auch dieser nun bereitgestellt bietet nach wie vor den Blick auf die Baustelle - von den Geräuschen ganz zu schweigen - aber zumindest eine Etage höher, so dass sich der Blick nicht länger nur in den Verrüstungen verfängt, sondern bis auf eine benachbarte "CASINO"-Werbung ausschweifen kann.

Wir brechen hier ab, und hoffen, an dieser Stelle diesen Eintrag zu diesem Thema zu einem späteren Zeitpunkt nicht nochmals erweitern zu müssen [8]

Hier noch ein Blick auf das "OC Hotel", so wie es der Schriftzug auf dem Dach es zeigt, samt der daneben liegenden Baustelle:
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P.S.

Bei aller Urlaubsfreude und Begeisterung für Land und Leute, ein Meldung wie dieser aus der Süddeutschen Zeitung vom 16. November 2017, 18:51 Uhr, kann und soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben:

Kambodscha. "Tod der Demokratie". Ein Gericht verbietet die wichtigste Oppositionspartei, führende Parteimitglieder erhalten Politikverbot. Menschenrechtler sind entsetzt.

Anmerkungen

[1... allerdings Angkor- und Cambodia-Beer und kein Ganzberg, das angeblich nach deutschem Rezept in Lizenz gebraut und in grossflächiger Werbung auf der Wand des Nebenhauses der Homestay-Adresse angepriesen wird:
© SiP

[2Der Guide, der nach wie vor einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat - siehe die Anmerkung "2" auf der Seite LPQ-> REP - hatte sich auf dem Weg zum Flughafen schon vorzeitig verabschiedet, um sogleich mit einer neuen Gruppe im Bus nach Bangkok fahren zu können. Meinte aber, dass er am liebsten das Heulen bekäme, uns jetzt verlassen zu müssen. Und als er dann noch einen Umschlag bekommt, auf der der Autor das Wort "Danke" in Khmer aufgeschrieben hatte, war die Rührung fast grenzenlos...

[3... aus dem Cockpit kamen dazu keine Infos.

[4... ob es an den Turbulenzen lag, dass nicht einmal ein Glas Wasser gereicht wurde, wird erst im Verlauf des Rückfluges zu klären sein.

[5... bei aller nachfolgenden Kritik sei auch erwähnt, dass das letztendlich zugewiesene Zimmer genug Steckdosen hat und einen ausreichend schnellen und geschützten Internet-Zugang.

[6... damit auf diesem Wege die vielen kundenseitigen Negativ-Einträge aus dem Weg geschafft werden können?

[7... mit mehr als einer Card ist es möglich, diese im Eingang stecken zu lassen und somit auch beim kurzfristigen Verlassen des Zimmers die AirCon weiterlaufen zu lassen.

[8Und dabei bleibt es, dann alle weitere Überraschungen sind keine mehr. Zum Beispiel die, dass im Bad beide grossen Nachfüllbehälter sowohl für das Shampoo als auch für die Duschseife bis auf den letzten Tropfen ausgeleert waren.


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